Die Richter sahen es gestern als erwiesen an, dass der 52-Jährige aus Annaberg-Buchholz seinen Wohnungsnachbarn im Juli 2006 wegen einer Lärmbelästigung auf den Kopf geschlagen, an einen Stuhl gefesselt und schließlich erstickt hatte. Die Leiche zerteilte er und versteckte sie in Müllsäcken an mehreren Orten. Die Staatsanwaltschaft hatte 14, die Verteidigung zwölf Jahre Haft beantragt. Ein Sachverständiger bescheinigte dem Mann krankheitsbedingt verminderte Schuldfähigkeit.
Der Richter hielt dem Mann dessen Geständnis zu Gute. Erschwerend wertete er hingegen das lange Martyrium, dem der Ermordete ausgesetzt war. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Täter sein Opfer am Morgen in dessen Wohnung mit einem Brecheisen geschlagen, es später an einen Stuhl gefesselt und ihm den Mund zugeklebt. Gegen 22 Uhr erstickte er den Mann schließlich mit beiden Händen.
Ohne Einfluss auf die Höhe der Strafe blieb dem Richter zufolge, dass die Leiche nach der Tat zerstückelt wurde. Spaziergänger fanden im Oktober die Beine des Opfers am Annaberger Stadtrand. Fingerabdrücke an einem der Säcke brachten die Ermittler auf die Spur des Täters. (dpa/mb)