Der Preis wird jährlich in drei Stufen verliehen an Journalistinnen und Journalisten, die sich mit Mut, Sorgfalt und Beharrlichkeit einem gesellschaftlich relevanten Thema über einen längeren Zeitraum widmen und es engagiert in die Öffentlichkeit tragen.

Die Juroren des Journalistenverbandes Berlin-Brandenburg (JVBB) haben es sich bei ihrer Entscheidung auch in diesem Jahr nicht leicht gemacht. Neun Journalisten (Zeitung, Online, Fernsehen, Hörfunk) aus Berlin und Brandenburg waren nominiert und zur Verleihung am gestrigen Dienstagabend nach Berlin eingeladen worden.

Die Jury unter dem Vorsitz von Hans-Ulrich Jörges (Stern) hatte die Wahl unter höchst unterschiedlichen Themen: Es gab Beiträge über eine Teenagermutter, über Extremismus in der Deutschen Burschenschaft, psychische Spätfolgen des Zweiten Weltkrieges, den Handel mit Schrottimmobilien, Abschied vom Sozialstaat, Missstände in der Lebensmittelbranche, die Chronik einer Entmietung, soziale Außenseiter in Berlin und die rechtsradikale Szene in der Lausitz.

Simone Wendler wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet für ihre kontinuierliche Berichterstattung über die rechtsradikale Szene in der Lausitz. Immer wieder schrieb sie in der RUNDSCHAU unter anderem über die Verbindungen von Rechtsextremisten ins Rockermilieu und über die Unterwanderung von regionalen Vereinen und Fangruppen. Beteiligt war die engagierte Reporterin auch an der Berichterstattung über die Spremberger Neonazi-Szene, die mehrfach durch Bedrohungen gegenüber der LAUSITZER RUNDSCHAU aufgefallen war.

"Ich freue mich besonders, weil der Preis alte Brot- und Butter-Tugenden des Journalismus ehrt: gründliche und gewissenhafte Recherche, Ausdauer und den Blick für die gesellschaftliche Relevanz von Themen", sagte Simone Wendler zu ihrer Auszeichnung. "Ich glaube, dass diese Tugenden in einer sich verändernden Medienwelt ihre Bedeutung behalten werden. Denn letztlich geht es darum: Haben wir Geschichten, die wir erzählen können?"

Rund 300 Gäste aus Medien, Kultur, Wirtschaft und Politik waren in die Berliner Akademie der Künste gekommen, um dort mit den Nominierten und mit den ausgezeichneten Preisträgern zu feiern und deren Leistungen zu würdigen.