Gerade in der Fläche des Landes sei die Versorgungssituation "prekär", sagt die stellvertretende Geschäftsführerin des Brandenburger Landesverbands der Deutschen Rheuma-Liga, Diana Becker. "Viele Patienten scheuen mittlerweile die weiten Wege zu den Spezialisten, die ja auch Kosten mit sich bringen."

Bestätigt wird Becker von der Antwort, die Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) kürzlich auf eine Kleine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Gregor Beyer gab. Demnach sind in Brandenburg insgesamt 28 Fachärzte als Rheumatologen tätig: 18 Internisten und zehn Orthopäden. Weitere 16 Ärzte sind zur ambulanten Versorgung von Rheumapatienten "ermächtigt". "Insbesondere in berlinfernen, dünnbesiedelten Landkreisen können nicht alle Patienten wohnort- und zeitnah das Versorgungsangebot in Anspruch nehmen", schreibt das Ministerium. Die Lausitz liegt dabei im Mittelfeld: In allen Lausitzer Landkreisen außer Spree-Neiße, wo es nur einen "zur ambulanten Versorgung ermächtigten" Internisten gibt, praktizieren wenigstens zwei Rheumatologen.

Um Patienten schneller in Kontakt mit einem Facharzt zu bringen, hatten die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg bereits im Jahr 2010 einen "Rheumavertrag" abgeschlossen. Sein Inhalt: Haus- und Fachärzte sollen bei der Versorgung von Rheumapatienten enger miteinander kooperieren. Mittlerweile wurden schon 2000 Patienten im Rahmen des Vertrags betreut, teilte die KAV kürzlich mit. Wie viele Rheumapatienten es insgesamt im Land gibt, ist dagegen unbekannt. Denn ein zentrales Rheuma-Register wurde 1998 abgeschafft.