Wegen Mordes und Störung der Totenruhe verurteilte den Mann das Landgericht Frankfurt (Oder) am Mittwoch zu elfeinhalb Jahren Haft. Das Gericht ordnete die Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik an. Seine mitangeklagte Ex-Frau muss wegen vorsätzlicher Körperverletzung eine Geldstrafe zahlen - 50 Tagessätze von 13 Euro. Die 27-Jährige hatte das Opfer geschlagen. Bei beiden ging das Gericht von erheblich verminderter Schuldfähigkeit aus.

Die Angeklagten und zwei Freunde, darunter das spätere Opfer, wollten den Tag in der Gemeinde Schorfheide nordöstlich von Berlin verbringen. Sie fuhren mit dem Bus zu einer "vertrauten Runde im Garten", wie der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs sagte. Dort sollte das 59-jährige Opfer wegen "Fehlverhaltens" gemaßregelt werden. Er soll Äußerungen gemacht haben, über die sich die Angeklagten geärgert haben. Die Angeklagte nahm ihm das Handy ab und servierte ein mit Urin versetztes Bier. Es kam zum Streit. Die Frau, die in einer betreuten Wohnstätte lebt, versetzte dem Opfer einen Schlag gegen die Brust und zwei ins Gesicht. Gemeinsam fielen sie in eine Grube, die zum Feuermachen dient, wie Fuchs sagte. Um die Attacke der Frau gegen das Opfer verdecken, habe der Angeklagte einen neben der Feuerstelle abgestellten rund 18 Kilo schweren Tresor auf den Kopf des Opfers geworfen, schilderte der Vorsitzende den weiteren Ablauf. "Das Opfer hatte keine Chance, dem auszuweichen." Die Angeklagten deckten den Leichnam mit Ästen ab und tranken weiter.

Der Angeklagte, er ist alkoholkrank und leidet an einer Persönlichkeitsstörung, schnitt dem Toten die Genitalien ab. Noch mehrfach warf er den Tresor auf die Leiche. "Dadurch sollten Körperteile gebrochen werden, um besser verbrannt werden zu können", berichtete der Vorsitzende Richter.

Im Wohnheim der Frau ließen sich die Angeklagten für die Tat feiern. Sie flüchteten dann und stellten sich ein paar Tage später der Polizei. Im Prozess gestanden sie die Tat. "Die Tat war nicht geplant", sagte der Vorsitzende. Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht unter anderem seine Krankheit. Zu seinen Ungunsten wirkte sich aus, dass der Mann vorbestraft ist, sich gerade in einer Bewährungszeit befand. Das Gericht sah zwei Mordmerkmale verwirklicht, Heimtücke und das Verdecken einer anderen Tat. Der Verteidiger kündigte Revision an.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Mann eine Haftstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten sowie die Unterbringung in einer Klinik gefordert; für die Mitangeklagte eine Bewährungsstrafe. Die Verteidigung plädierte im Falle des Mannes auf fahrlässige Tötung, ließ das Strafmaß aber offen. Für die Angeklagte forderte sie eine Geldstrafe.