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Lange Haft für Stückelmörder

Dresden. Zu achteinhalb Jahren Haft hat das Landgericht Dresden den LKA-Beamten Detlev G. verurteilt. Er soll im November 2013 den Geschäftsmann Wojciech S. getötet und zerstückelt haben – auf dessen Wunsch hin. Daniel Schauff

Für achteinhalb Jahre soll der LKA-Beamte Detlev G. hinter Gitter. Das Landgericht Dresden hat den 57-Jährigen wegen Mordes und Störung der Totenruhe verurteilt. Im November 2013 hat G. den Geschäftsmann Wojciech S. aus Hannover zunächst getötet und dann zerstückelt. Zuvor hatte G. seine sexuellen Fantasien in Internetforen ausgelebt und nach Gleichgesinnten gesucht, die sich von ihm "schlachten" lassen wollten. Detlev G. hatte das Zerstückeln der Leiche zugegeben, ein selbst angefertigtes Video lieferte dem Gericht den Beweis für die grausame Tat. Allerdings hatte G. behauptet, dass sich Wojciech S. selbst umgebracht hatte. Das hielt das Gericht aber für unwahrscheinlich, weil es schon immer der ausdrückliche Wunsch des Opfers gewesen sei, sich umbringen und dann essen zu lassen. Außerdem hatte der LKA-Beamte nach seiner Festnahme gesagt, er habe seinem 59-jährigen Opfer die Kehle durchgeschnitten.

Ob Detlev G. tatsächlich Teile seines Opfers gegessen hat, ist bis heute unklar. Ermittler fanden die Körperteile des Mannes auf einem Grundstück. Bis heute aber fehlt sein Geschlechtsteil. Das Gericht hält es für möglich, dass G. den Penis des Opfers probiert hat.

Weil Wojciech S. den ausdrücklichen Wunsch geäußert hat, von Detlev G. getötet zu werden, hält das Gericht eine lebenslange Haftstrafe für unangemessen. Auch die Staatsanwaltschaft hatte nur eine zehneinhalbjährige Haftstrafe gefordert. G.'s Verteidiger hatte in seinem Plädoyer einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert.

Die Gefahr, dass Detlev G. nach seiner Haft erneut eine derartige Tat begehen könnte, sieht das Gericht nicht. Schon im Video der Tat habe er sich selbst die Frage gestellt, wie tief er gesunken sei.

Brandenburg Seite 4