Zur Umsetzung der integrierten ländlichen Entwicklungskonzepte sollen noch 26,3 Millionen Euro an freien Mitteln bereitgestellt werden. Nach Einschätzung des wiedergewählten Landesbauernpräsidenten Udo Folgart haben die märkischen Betriebe Perspektiven, die auf den gesamten ländlichen Raum ausstrahlen. Diese dürften aber nicht durch Bedenkenträger und Bürokratie sowie knappe Kassen bei Bund und Land kaputtgemacht werden, sagte er. Die knapp 400 Delegierten verabschiedeten einen entsprechenden Forderungskatalog.
Vor dem Hintergrund der Vogelgrippe-Fälle in Brandenburg bedauerte Folgart das Fehlen eines effektiven und preiswerten Impfstoffs. "Was wir brauchen, ist ein Marker-Impfstoff, damit geimpfte und ungeimpfte Bestände auseinander gehalten werden können", erklärte er. Solange es so etwas nicht gebe, müsse er sich gegen das Impfen von Nutzgeflügel aussprechen. "Hier muss ernsthaft über Hilfsmaßnahmen nachgedacht werden, denn Totalausfälle von Betrieben, egal welcher Branche sie angehören, sind kaum zu verkraften."
Auch Woidke machte auf den Nachteil von Impfungen aufmerksam. Ein geimpftes Tier könne ebenfalls die Infektion übertragen, ohne selbst zu erkranken, sagte der Minister.
Die vom Bund geplante Abschaffung der Steuerfreiheit für Biokraftstoffe lehnte Folgart ab. Diese Pläne dürften so nicht umgesetzt werden, da sie einen Markt gefährdeten, der Einkommen sichere, zum Klimaschutz beitrage und die Abhängigkeit von Importen verringere. Der Präsident rief die Abgeordneten des Bundestages auf, den Gesetzentwurf zur Besteuerung von Biokraftstoff abzulehnen.
"Natürlich halten wir auch unsere Forderung aufrecht, die Agrardiesel-Besteuerung abzuschaffen." Während Polen überlege, eine Rückvergütung für Agrardiesel von 44 Euro pro Hektar einzuführen, wolle Deutschland genau den entgegengesetzten Weg gehen. (dpa/ta)

Hintergrund Forderungskatalog
 Auf schwierige Zeiten hat Brandenburgs Bauernpräsident Udo Folgart die Landwirte eingeschworen. Sie hätten genug mit dem Wetter zu kämpfen, käme dann noch Gegenwind aus Brüssel oder Berlin, helfe auch die Liebe zum Beruf nicht mehr viel, sagte er auf dem 6. Landesbauerntag in Templin (Uckermark). Die Betriebe hätten Perspektiven, die auch auf den gesamten ländlichen Raum ausstrahlten. Diese dürften aber nicht durch Bedenkenträger und Bürokratie sowie knappe Kassen bei Bund und Land kaputtgemacht werden. Die knapp 400 Delegierten verabschiedeten einen entsprechenden Forderungskatalog .