Von Benjamin Lassiwe

Bei einer Urwahl von Bündnis90/Die Grünen sind in Brandenburg Ursula Nonnemacher und Benjamin Raschke als Spitzenkandidaten gewählt worden. Das gab die Landesvorsitzende Petra Budke am Freitag in Potsdam bekannt. Die Grünen hatten als erste Partei in Brandenburg die Vorschläge für die beiden Spitzenkandidaten ihrer Landesliste von ihren Parteimitgliedern in einer Urwahl bestimmen lassen. Insgesamt rund 60 Prozent der 1435 Parteimitglieder beteiligten sich daran.

Nonnemacher, die für den einer Frau vorbehaltenen Spitzenplatz eins gegen die Frauenpolitikerin Alexandra Pichl antrat, erhielt 629 Stimmen, was 79 Prozent der Stimmen entsprach. Ihre Gegenkandidatin, die Frauenpolitikerin Alexandra Pichl, erhielt 130 Stimmen. Für Platz zwei gaben 61,6 Prozent Benjamin Raschke ihre Stimme. Das entspricht 490 Stimmen. Sein Gegenkandidat, der Landesvorsitzende Clemens Rostock, erhielt 35,1 Prozent der Stimmen. Damit die Landesliste der Grünen dem Landeswahlgesetz entspricht, müssen beide Kandidaten aber in der kommenden Woche noch von einem Landesparteitag bestätigt werden. Am Freitag erklärte Nonnemacher, das Ergebnis der Urwahl sorge für Rückenwind im Wahlkampf. Vor Journalisten kündigte sie an, dass die Grünen zur Übernahme von Regierungsverantwortung bereit seien. „Wir machen einen Wahlkampf der grünen Eigenständigkeit“, sagte Nonnemacher.

Nach den Landtagswahlen wollten die Grünen Verhandlungen mit allen demokratischen Kräften führen. „Wir wollen keine Koalitionsgespräche vorab.“ Raschke erklärte, sein ganz klares Ziel sei es, die Politik der SPD in der Landwirtschaft zu stoppen. „Da geht es um ganz banale Dinge: um gesundes Essen, saubere Luft und darum, dass die Landwirte gutes Geld verdienen können“, sagte der Agrarpolitiker.

Die Grünen würden für eine bäuerliche Landwirtschaft und die Rettung der Bienen eintreten. Wenn es um Themen wie die Vermeidung von Plastikmüll gehe, träfen die Grünen mittlerweile „in jedem Dorf auf Zustimmung“. Während die Brandenburger Grünen in den vergangenen Jahren vor allem eine Speckgürtel-Partei waren, ist die Umweltpartei nun dabei, sich in der Fläche des Landes auszubreiten.

Dank des positiven Bundestrends konnte die Partei auch in Brandenburg ihre Mitgliederzahlen erheblich steigern: Während man am 15. November 2017 noch 1062 Mitglieder hatte, waren es am 15. Februar 2019 schon 1435. Bei den Kommunalwahlen im Mai tritt man nach Angaben des Landesvorsitzenden Clemens Rostock in Gemeinden wie Neißemünde oder Zehdenick zum ersten Mal überhaupt an.