Bei der politischen Konkurrenz sorgte die Wahl der Parlamentsvizepräsidentin zur zweiten Fraktionsspitze für Stirnrunzeln. Denn erst vor Kurzem musste sich Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) nach Äußerungen anlässlich einer Buchvorstellung über die Enquete-Kommission zur DDR-Aufarbeitung zu seiner politischen Neutralität befragen lassen. "Der Parlamentspräsident und seine Stellvertreter sind zur Neutralität verpflichtet", sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag, Dieter Dombrowski. "Aber wenn jemand eine Führungsaufgabe in seiner Fraktion innehat, kann gar nicht mehr erwartet werden, dass er sich neutral verhält."

"Die Linkspartei wäre mit einer anderen Entscheidung möglicherweise besser beraten gewesen", sagt auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Ness. Allerdings habe Große ihr Amt bislang "sehr neutral" ausgeübt. Große selbst zeigte sich gegenüber der RUNDSCHAU von der Frage überrascht. "Ich sehe kein Problem zwischen dem Amt in der Fraktion und dem Neutralitätsgebot, dem ich mich als Vizepräsidentin stelle."