Ob es bei den anempfohlenen Nullrunden bleibt, muss der Landtag in den nächsten Monaten entscheiden, denn gegen eine Diätenerhöhung um monatlich 340,29 Euro, zu diesem Ergebnis kommt Iltgen in seinem Bericht, sei prinzipiell nichts einzuwenden.
Den Abgeordneten in Sachsen, wie in allen Parlamenten, ist die Debatte um ihre Gehälter wegen des damit verbundenen allgemein großen öffentlichen Interesses stets unangenehm. Allerdings verpflichtet die Verfassung die Abgeordneten, selbst über eine "angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung" zu befinden. Was aber ist "angemessen"? Anfang der 90er Jahre gab es in Sachsen eine so genannte unabhängige Diätenkommission. Seit deren Abschaffung ist die Aufgabe, den Abgeordneten eine Empfehlung über die Höhe der Entschädigungen zu geben, beim Landtagspräsidenten hängen geblieben. Dazu vergleicht er die Gehälter der Abgeordneten der westdeutschen und ostdeutschen Flächenländer, die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst sowie in der Wirtschaft und versucht daraus einen Vorschlag zu formulieren.
Die Abgeordnetengehälter, die Diäten, sind in zwei Teile gegliedert, in eine so genannte Grundentschädigung und eine Aufwandsentschädigung, mit der die Unterhaltung des Wahlkreisbüros sowie Fahrtkosten bestritten werden sollen. In Sachsen liegt die Grundentschädigung für das einfache Landtagsmitglied derzeit bei 3943 Euro, die Aufwandsentschädigung bei 1718 Euro.
Zum Vergleich: In den westdeutschen Flächenländern liegt der Durchschnitt für die Grundentschädigung bei 4771 Euro, in den anderen ostdeutschen Länderparlamenten bei 4100 Euro. Am "billigsten" für die Steuerzahler sind derzeit die Abgeordneten Mecklenburg-Vorpommerns mit monatlich 3890 Euro, aber auch Schleswig-Holstein liegt mit 3926 Euro noch etwas hinter den Sachsen zurück.
Im Ergebnis seiner Abwägungen kommt Iltgen zum Ergebnis, dass eine Anhebung der monatlichen Grundentschädigung um 340,29 Euro je Abgeordneten zwar angemessen, wegen der Finanzsituation des Freistaates aber nicht zu empfehlen sei.
Ihm sei bewusst, dass er den Abgeordneten viel abverlange, sagt Iltgen, aber die Abgeordneten besäßen eine "erhebliche Vorbildfunktion". Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Jurk begrüßt den Vorschlag Iltgens, der CDU-Fraktionschef Fritz Hähle nennt ihn "vernünftig". Allerdings kommt der Landtag bei einer Nullrunde, der nunmehr zweiten in Folge, in ein Dilemma. Soll 2005 der Anschluss an die Gehaltsentwicklung der anderen Länder wieder hergestellt werden, fällt der Anpassungsschritt um so größer aus, was der Öffentlichkeit schwer zu vermitteln sein dürfte, zumal der Landtag darüber 2004 entscheiden müsste, dem Jahr der Landtagswahl. Deshalb gibt es die Idee, in den kommenden Monaten durchaus eine Diätenerhöhung zu beschließen, die allerdings erst 2005 wirksam wird, sehr zur Freude der Abgeordneten des dann neu gew*am p*auml;hlten Landtages.