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| 02:39 Uhr

Landtag übergeht Lausitzer Kommunen

Wie definiert sich sorbisches Siedlungsgebiet?
Wie definiert sich sorbisches Siedlungsgebiet? FOTO: dpa
Cottbus. Die Erweiterung des sorbischen Siedlungsgebietes in Brandenburg sorgt für großen Unmut in zahlreichen Lausitzer Orten. Gemeindevertreter und Ortsbeiräte fühlen sich vom Vorgehen im Landtag übergangen. bob/dpa

"Acht weitere Gemeinden gehören zum Siedlungsgebiet der Sorben" - so verkündete es das Innenministerium am Mittwoch stolz. Auch die RUNDSCHAU berichtete darüber, dass der Hauptausschuss im Landtag der Aufnahme von Alt Zauche-Wußwerk, Märkische Heide, Schlepzig, Schwielochsee und Spreewaldheide (alle Dahme-Spreewald), außerdem Felixsee und Welzow (Spree-Neiße) und Neupetershain (Oberspreewald-Lausitz) zugestimmt hat.

Das allerdings stößt vor Ort auf großen Unmut. Denn mehrere dieser Gemeinden hatten gegen den Beitritt zum Siedlungsgebiet gestimmt, so etwa Märkische Heide und Felixsee. In die Beschlussvorlage für den Hauptausschuss wurden sie dennoch aufgenommen, auf Vorschlag des Sorbenrates. Abgelehnt wurden im Ausschuss lediglich die Anträge für die Gemeinden Golßen und Unterspreewald (beide Landkreis Dahme-Spreewald) sowie Bronkow (Landkreis Oberspreewald-Lausitz). Weitere 19 Anträge werden noch geprüft.

Der Sorbenrat kann unabhängig von Beschlüssen in den Gemeinden Anträge auf die Aufnahme von Kommunen ins sorbische Siedlungsgebiet stellen. Ende November hatte die Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Forschung und Sorbenbeauftragte der Landesregierung, Ulrike Gutheil, im Sorbenrat berichtet, das Ministerium sei der Auffassung, dass es für acht Orte hinreichende Belege sorbischen Lebens gebe, um sie als Teil des Siedlungsgebietes zu definieren.