Hohe Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsschwund: Das sind die beiden drängenden Probleme in der Uckermark. Um dagegen etwas zu tun, ist der Landkreis gemeinsam mit 16 anderen Regionen in Deutschland für ein Modellvorhaben des Bundes ausgewählt worden. „Wir wollen kluge Ideen sammeln“, sagte Landrat Dietmar Schulze (SPD).

Dank des Modellvorhabens „LandZukunft“ stünden dem Kreis dafür jetzt 30 000 Euro des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Verfügung. Bis zum Frühjahr 2012 müssten konkrete Ansätze vorliegen – sollten sie eine Jury überzeugen, werde die Uckermark zu den vier Regionen gehören, die bis 2014 jährlich rund 700 000 Euro für ihre Vorhaben erhalten sollen. „Wir haben uns fünf Projekte vorgenommen“, kündigte Schulze an.

Welche das sind, stehe aber noch nicht fest. Der Landkreis sei mit potenziellen Partnern aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik noch in der Abstimmung. „Bis März wollen wir die Partner auswählen“, sagte der Landrat. Denkbar seien Vorhaben auf folgenden Feldern: Handwerk, Gesundheitswirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und erneuerbare Energien. Gefördert werden sollten zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Fachkräftesicherung.

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Wissenschaft, sagte Schulze. In der Uckermark gibt es keine Universität – dafür aber Hochschulen in Eberswalde (Barnim) und im nicht weit entfernten Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Davon könnten möglicherweise künftig auch die Uckermärker profitieren, sollte sich ein geeignetes Projekt finden. „Außerdem könnten sich Hochschulen und Landwirtschaft Fruchtfolgen für Energiepflanzen überlegen“, meinte Schulze.

Wegen ihrer spezifischen Probleme sei die Uckermark für das Modellvorhaben ausgewählt worden. Die Arbeitslosenquote liegt Schulze zufolge derzeit bei 16,7 Prozent – nach 25 Prozent in den Jahren 2004 und 2005. „Das ist nach wie vor ein Riesenproblem.“ Das gelte auch für den Bevölkerungsschwund: Aktuell werde in einem der am dünnsten besiedelten Landstriche bundesweit die Marke von 130 000 Einwohnern unterschritten. „Wenn das so weiter geht, werden wir 2030 unter 100 000 haben“, sagte Schulze.