So beschwerten sich die Landräte jetzt bei Tillich in einem Schreiben, das der RUNDSCHAU vorliegt, "über die Informationspolitik der Staatsregierung in kommunalrelevaten Aufgabenfeldern", wie die Einschnitte bei der Jugendförderung. Die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände lassen es in ihrem Brief nicht an Deutlichkeit missen. Ihre Kritik: Über die Medien würden sie regelmäßig von tatsächlichen oder vermeintlichen Kürzungen erfahren, doch was ihnen fehle, sei eine Gesamtübersicht. "Es wäre sinnvoll gewesen, dass wir über die dahinter liegenden strategischen Überlegungen, Prioritätensetzungen und Begründungen frühzeitig informiert werden." Schließlich müssten sie vor Ort die Dinge umsetzen "und einen beträchtlichen Teil der politischen Lasten tragen”. So fordert zum Beispiel der Landrat des Landkreises Leipzig, Gerhard Gey, bessere Absprachen. "Es mangelt an einem Konzept und einem gemeinsamen, konzertierten Vorgehen der Regierung mit der kommunalen Ebene", sagte Gey. Den Landkreisen würden durchschnittlich zweistellige Millionenbeträge fehlen. Doch ein Ausweg, wie man aus der Talfahrt herauskomme, sei nicht in Sicht. "Wir müssen einen Weg finden, wie wir die Krise meistern." Dabei bezweifele er nicht, so Gey, dass Einschnitte nötig sind. "Aber wir wünschen uns eine bessere Abstimmung." Schließlich habe Tillich in seiner Regierungserklärung einen engen Schulterschluss angekündigt. Darin erinnert auch Geys Kollege Michael Czupalla in Nordsachsen. Er hoffe nun "auf eine gemeinsame Strategie", so Czupalla, damit nicht alle 14 Tage etwas Neues komme.Der Landeshaushalt wird nach einer Ankündigung von Finanzminister Georg Unland (CDU) 2011/2012 um rund 1,7 Milliarden Euro schrumpfen. Damit sinkt auch der Finanzausgleich für die Kommunen drastisch ab. Die Zuweisungen sollen von 2,95 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 2,08 Milliarden Euro 2012 einbrechen. Gleichzeitig fürchten die Kommunen 300 bis 400 Millionen Euro Mehrausgaben wegen des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst und steigender Sozialkosten durch die Wirtschaftskrise. Der Termin heute in der Staatskanzlei dürfte daher einigen Zündstoff bergen.