Von Ulrich Thiessen

In Brandenburg wurde in den vergangenen Jahren zu wenig für den Schutz der Insekten getan. Das räumte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf dem ersten Insektengipfel in Potsdam ein, den er nach dem Erfolg einer bayerischen Volksinitiative gegen das Bienensterben ins Leben gerufen hatte. Passend dazu kündigte er an, dass ab 2020 auch in Brandenburg die Anlage von Blühstreifen gefördert werden soll – mit sechs Millionen Euro jährlich.

Die Landnutzer und Umweltverbände, die an der Konferenz teilnahmen, lobten dies, hatten aber viel weitergehende Vorschläge. Gregor Beyer vom Forum Natur präsentierte eine Vorschlagsliste, die von 19 Verbänden mitgetragen wird. Darunter befinden sich der Landesbauernverband, die Landfrauen, Angler, Waldbesitzer und drei ökologische Anbauverbände. Gefordert wird unter anderem die Schaffung von 5000 Hektar Blühflächen innerhalb der nächsten fünf Jahre, eine Koordinierungsstelle für die Insektenforschung und ein Kulturlandschaftsbeirat, in dem Naturschützer und Landnutzer gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden und den Kirchen Vorschläge erarbeiten sollen, die sie direkt im Agrarausschuss vortragen dürfen. Außerdem soll die Versiegelung von Flächen, die täglich durchschnittlich sechs Hektar umfasst, verringert werden und die Weidetierhaltung gestärkt.

Für den Naturschutzbund Nabu fasste Herbert Kretschmer die Forderungen zusammen. Wie Beyer sprach er sich dafür aus, dass Kommunen ihre Grünflächen weniger oft mähen sollen. Auch auf den landeseigenen Flächen sollte die Mahd auf zwei Durchgänge begrenzt werden statt der jetzt fünf bis sieben Mal. Kretschmer forderte zudem ein stärkeres Engagement für die Renaturierung von Mooren.

Was ihn wesentlich von Beyer und den Landnutzerverbänden unterschied, war die Forderung, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und mineralischen Düngern zu reduzieren und in Schutzgebieten ganz zu untersagen.

Das Papier, das Beyer vorstellte, soll die Grundlage für eine breite Volksinitiative bilden können.