Sachsens Rechnungshof sieht bei den Landkreisen trotz aller an den Tag gelegten Disziplin immer noch Möglichkeiten zum Sparen. Die Rechnungsprüfer haben am Donnerstag entsprechende Vorschläge zur weiteren Umstrukturierung der Verwaltungen bis zum Jahr 2020 vorgelegt. Dazu hatten sie nach der Kreisgebietsreform von 2008 drei Landkreise genau unter die Lupe genommen und schließlich einen "Modell-Landkreis" entwickelt. Anhand dieser Vorlage können alle Kreise nunmehr ihre Verwaltungen selbst auf Herz und Nieren prüfen.

Allein in den drei untersuchten Kreisen könnten mittelfristig 438 Stellen eingespart werden, hieß es. Das entspreche rund elf Prozent der Arbeitsplätze. Längerfristig käme das einer jährlichen Einsparung von rund 21,9 Millionen Euro gleich. Untersucht wurden der Landkreis Meißen, der Vogtland- und der Erzgebirgskreis.

Einfach hochrechnen auf alle zehn Landkreise könne man die Zahlen allerdings nicht, bremste Rechnungshofpräsident Karl-Heinz Binus zu hohe Erwartungen. "Das wäre eine grobe und nicht belastbare Hochrechnung."

Auf eine neue Kreisreform liefen die Vorschläge der Prüfer nicht hinaus, sagte Binus. Es gehe vielmehr um noch effizientere Strukturen. Dabei haben die Kreise in der Vergangenheit gut vorgelegt: Die Zahl der Stellen sank seit der Wende von 46 900 auf inzwischen 13 050. Wie die jetzt vorliegenden Vorschläge umgesetzt werden, liegt bei den Kreisen.