November, heißt es in einer Erklärung. Von diesem war er bereits zum zweiten Mal verpflichtet worden, den Abriss des Gebäudes anzuordnen, sonst würde der Landkreis mit einem Zwangsgeld von 10 000 Euro belegt werden. Im vergangenen Jahr war bereits ein Zwangsgeld von 5000 Euro verhängt worden.

Streitfall aus dem Jahr 1994
Der Streit geht zurück bis ins Jahr 1994, als der Kreis der Eigentümerin Christina Manteufel eine Baugenehmigung erteilt hatte, die sie berechtigte, über dem bis dahin eingeschossigen Konsum ein zusätzliches Stockwerk zum Wohnen aufzubauen. Weil das neue Satteldach aber die Abstandsfläche zum nächsten Grundstück nicht einhielt, hatte der Nachbar gegen den Bau geklagt. Vor dem Verwaltungsgericht in Cottbus bekam er Recht. Die Baugenehmigung wurde im März 1999 aufgehoben. Das Urteil wurde rechtskräftig.
Den vom Nachbarn geforderten Rückbau des Hauses wollte der Landkreis aber nicht durchsetzen, sondern versuchte, im vergangenen Jahr vom Verwaltungsgericht ausdrücklich zu einer Abrissverfügung aufgefordert, mit einem juristischen Kniff, das Blatt noch zu wenden. Er ignorierte das rechtskräftige Urteil von 1999 und schickte Christina Manteufel im Dezember 2005 unaufgefordert eine neue Baugenehmigung zu. Diese wurde vom Verwaltungsgericht prompt aufgehoben - die Betroffenen müssten sich nicht zum Spielball der Verwaltung machen lassen. Nachdem der Versuch einer Berufung gegen dieses Urteil vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Berlin im November ebenfalls gescheitert war, gibt der Landkreis nun offenbar auf.
„Das ist ein fatales Ergebnis und macht augenscheinlich den Unterschied zwischen Vernunft und Rechtsprechung deutlich“ , erklärte gestern Landrat Dieter Friese (SPD), der für sich und seine Verwaltung in Anspruch nimmt, sich stets darum bemüht zu haben, der betroffenen Familie Haus und Existenz zu erhalten.
Friese schloss allerdings ein weiteres juristisches Kräftemessen in der Angelegenheit nicht aus. Da für Christina Manteufel und ihre Familie mit dem nun verfügten Abriss des Hauses in Weskow ein beträchtlicher finanzieller Schaden entsteht, muss der Landkreis mit einer Schadensersatzforderung rechnen. Ein Fall, den er an den Kommunalen Schadensausgleich (KSA) weitergeben wird, einen freiwilligen Versicherungsverbund von Städten, Gemeinden, Kreisen und Ämtern.

Ersatzvornahme angedroht
Christina Manteufel hat laut Abrissverfügung, welche ihr Anwalt Helmut Schwarz gestern in der Post vorfand, jetzt zwölf Monate Zeit, für sich und ihre Familie eine neue Bleibe und statt des Ladens in Weskow eine andere Existenz zu suchen sowie das Haus abreißen zu lassen. Andernfalls werde der Landkreis den Abriss im Wege der Ersatzvornahme selbst in die Wege leiten. Wie sich Familie Manteufel entscheiden wird, war gestern noch unklar. „Die Anordnung kommt zwar nicht ganz überraschen“ , sagte Schwarz gestern gegenüber der RUNDSCHAU. „Ich werde meinen Mandanten aber trotzdem raten, erst einmal ein paar Nächte darüber zu schlafen. Dann werden wir das Weitere besprechen.“