Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass sich in Fleisch, Eiern oder Milch vermehrt Rückstände von Antibiotika befänden.

Gleichwohl werde jetzt nach „missbräuchlichen Datenbanken“ gesucht. Anlass ist eine Studie, wonach der Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenzucht die Regel ist. Bei einer Untersuchung fast aller Hähnchenmastbestände in Nordrhein-Westfalen entdeckten Gutachter, dass mehr als 96 Prozent der rund 15 Millionen erfassten Tiere mit Antibiotika behandelt worden waren. Ihre Aufnahme über die Nahrung kann bei Menschen dazu führen, dass sie bei einer Krankheit nicht mehr wirken.

Brandenburgs Landestierarzt Reimer unterstrich, er zweifle eine Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf andere Bundesländer an. In der Tierärzteschaft in Brandenburg herrsche Einigkeit darüber, gewissenhaft mit Medikamenten und Hormonen umzugehen. Es werde streng darauf geachtet, dass Medikamente nicht in die Hände der Landwirte gelangen. „Schwarze Schafe“ seien in der Branche gleichwohl nicht auszuschließen, fügte Reimer hinzu.

Nach Angaben des Geflügelwirtschaftsverbands Brandenburg wurden im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Masthähnchen und 2,8 Legehennen in den Betrieben gehalten. Zahlen über die Menge der eingesetzten Antibiotika habe der Verband nicht, wie Landesgeschäftsführerin Anika Folgart sagte.

Die Sprecherin des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, Christiane Riewerts, ergänzte, dass deren Einsatz in den Betrieben durchaus dokumentiert werde. Was fehle, sei eine einheitliche Auswertung – dieses Problem werde die Branche jetzt angehen.