Unterschiedliche Auffassungen habe es in der ersten allgemeinen Debatte über den Gesetzentwurf vor allem hinsichtlich der kassenführenden Stellen gegeben, sagte der Sprecher des Landeskirchenamtes, Matthias Oelke. Die geplante Zentralisierung werde nicht generell befürwortet. "Viele sind der Meinung, dass dies auf freiwilliger und solidarischer Basis möglich sein und nicht verordnet werden soll."
Der entsprechende Gesetzentwurf wird kirchenintern und von der Gewerkschaft ver.di kritisiert. Mit der Reform will die Landeskirche jährlich bis zu fünf Millionen Euro sparen. Dafür sollen insgesamt 113 Vollzeitstellen geopfert und Arbeitszeiten verkürzt werden. Betroffen sind etwa 200 Angestellte.
Laut Synodalpräsidentin Gudrun Lindner gibt es keine Alternative. "Die Ängste sind begründet, aber es muss eine Lösung gefunden werden, weil die Kirche künftig nicht mehr, sondern weniger Geld haben wird", sagte sie in einem dpa-Gespräch. "Die Landeskirche hat mehrfach, etwa durch die Strukturreform auf der Ebene der Kirchenbezirke, gegengesteuert", sagte Lindner. Nun müsse im Bereich der Verwaltung nach effektiven Möglichkeiten gesucht werden, "Geld einzusparen, dass wir nicht haben", sagte sie. "Die Kirchgemeinden behalten ihre Haushaltshoheit", versicherte Lindner.
Acht Buchungszentralen soll es künftig innerhalb der Landeskirche geben. In diesen Kompetenzzentren werden Personal, Mitglieder- und Grundstücksverwaltung sowie Immobilienfragen gebündelt.
"Die Synode selbst hat diesen Weg beschlossen und wird verantwortlich entscheiden. Wenn nicht, drohen Einschränkungen und Arbeitsplatzverlust, denn das zu verteilende Volumen wird kleiner", sagte Lindner.
Von 2008 an soll die Landeskirche, deren Einnahmen vor allem wegen des Rückgangs der Mitgliederzahlen schwinden, nach der neuen Struktur arbeiten. Die 80 Synodalen beraten bis zum Montag zudem auch über Chancen und Risiken der Globalisierung und zwei weitere Kirchengesetze.
(dpa/fm)