Von Benjamin Lassiwe

Das kirchliche „Zentrum für Dialog und Wandel“ in Cottbus wird ab dem 1. Dezember eine neue Leitung erhalten: Der derzeit in Neuenhagen und Dahlwitz bei Berlin tätige Pfarrer Matthias Scheufele wird Nachfolger von Burkhard Behr, der nach 18-monatiger Tätigkeit im März aus eigenem Wunsch die Stelle aufgegeben hatte. Das gab Propst Christian Stäblein am Samstag während der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) in der Berliner Bartholomäuskirche bekannt.

Dass die Wiederbesetzung fast sieben Monate dauerte, habe damit zusammengehangen, dass die Stelle zweimal ausgeschrieben werden musste, sagte Stäblein. Scheufele soll am 3. Advent im „Lausitzgottesdienst“ in der Cottbuser Oberkirche in sein Amt eingeführt werden. Daneben beschloss das evangelische Kirchenparlament, das rund 940 000 evangelische Christen in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz vertritt, die Unterstützung eines von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) geplanten Flüchtlings-Rettungsschiffs im Mittelmeer. Die Ekbo solle „finanzielle Mittel für Anschaffung, Ausstattung und das Betreiben eines Schiffes zur Seenotrettung zur Verfügung stellen, sobald Strukturen dafür bekannt sind“. Diese Mittel sollten ausschließlich aus in Gottesdiensten gesammelten Kollekten sowie Spendengeldern bereitgestellt werden. Kirchensteuermittel sollten dafür nicht verwandt werden.

Landesbischof Markus Dröge hatte bereits zuvor in seinem letzten „Wort des Bischofs“ für das Schiff geworben. „Jedes gerettete Menschenleben weist auf die Problematik hin, dass Menschen nach wie vor über das Mittelmeer unter Lebensgefahr zu uns nach Europa fliehen“, sagte Dröge. Das Schiff erinnere an die humanitäre Katastrophe, die sich vor den Toren Europas abspiele.

Am Samstag verabschiedete das Kirchenparlament einen Doppelhaushalt, der für 2020 ein Volumen von rund 417 Millionen und für 2021 ein Volumen von rund 426 Millionen Euro vorsieht.

Allerdings rechnet die Kirche mit einem deutlichen Rückgang der Mitgliederzahlen und Kirchensteuern in den nächsten Jahren: Eine Arbeitsgruppe soll sich deswegen künftig mit der Frage beschäftigen, welche Themenfelder in der Ekbo Priorität erhalten sollen. Gleichzeitig wollen die Protestanten in der Region verstärkt auf Menschen zugehen, die die Kirche verlassen haben oder an ihrem Rand stehen: Wenn auf der Früh­jahrs­synode 2020 eine neue Abendmahlsordnung der Landeskirche beschlossen wird, soll diese auch Ausnahmeregelungen für Menschen enthalten, die sich auf dem Weg zur Taufe befinden oder getauft sind, aber aus der Institution Kirche ausgetreten sind.