Denn die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) verliert stetig Mitglieder: Von 1,46 Millionen Gemeindegliedern 1995 schrumpfte die Kirche auf 1,2 Millionen im Jahr 2006. Wichtigster Grund dafür ist vor allem die demographische Situation, vor allem die Überalterung der Kirchengemeinden - die bei weitem meisten Mitglieder verliert die Kirche jedes Jahr durch den Tod.

Positiven Trend festigen
Doch die Pressesprecherin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Heike Krohn, kennt auch hoffnungsvollere Signale: So ist die Zahl der Menschen, die an Sonn- und Feiertagen einen Gottesdienst besuchen, im letzten Jahr wieder angestiegen. Suchten 2005 durchschnittlich 37 231 Menschen pro Sonntag eines der rund 2000 Gotteshäuser in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz auf, waren es 2006 immerhin schon 39 335. Diesen Trend will die Evangelische Kirche mit ihrem Zukunftspapier festigen. Neben den Beratungen über einen Doppelhaushalt für die Jahre 2008 und 2009 werden vier Referate dazu sowie ein Vortrag von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) im Zentrum der Synode stehen.

Für bessere Gottesdienste
Das Papier mit dem Titel "Salz der Erde" sieht vor allem eine Qualitätssteigerung in Gottesdiensten und ein stärkeres Engagement der Kirche im Bildungsbereich vor. Doch zur Sprache kommen wird auf der Synode zu einem nicht geringen Teil auch das Schicksal der Gemeinde "Zechliner Land" im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. Dort trat kürzlich ein Strukturanpassungs- und Erprobungsgesetz in Kraft, das unter anderem eine Fusion aller bislang 50 Gemeinden des Kirchenkreises zu fünf Großgemeinden vorsieht.
Dagegen wehrt sich die Gemeinde, die sich künftig ihre Pfarrer mit Gemeinden in der Stadt Rheinsberg und weiteren Dörfern teilen muss. Vor allem Synodale aus ländlichen Räumen, wie etwa der Uckermark, haben bereits angekündigt, sie auf der Landessynode unterstützen zu wollen, während die Gemeinde selbst in einer Parallelveranstaltung zur Tagung des Kirchenparlaments am Samstag einen "Gemeindenotbund" gründen will.
Dagegen steht die Lausitzer Braunkohle bislang noch nicht auf der Tagesordnung des Kirchenparlaments. Der vorige Woche von der Cottbuser Kreissynode gestellte Antrag an die Landessynode zu diesem Thema ist laut Kirchensprecherin Heike Krohn bislang nicht beim Synodenbüro eingegangen. "Es kann aber sein, dass er zu Beginn der Tagung als Initiativantrag eingebracht werden wird."