Stenger wurde zum Jahreswechsel Nachfolger von Klaus-Dieter Licht, der nach 20 Jahren an der Spitze der Förderbank aus Altersgründen in den Ruhestand getreten war.

Nach Angaben Stengers habe die ILB im vergangenen Jahr bei einer Bilanzsumme von 13 Milliarden Euro einen Überschuss von elf Millionen Euro erwirtschaftet. In den kommenden Jahren wolle die ILB "aus eigener Kraft weiter wachsen" und das Eigenkapital von derzeit 420 Millionen Euro erhöhen.

In der Affäre um den Bauunternehmer Axel Hilpert kündigte Stenger an, bei eventuellen Rückforderungen Rücksicht auf den Betrieb des von Hilpert errichteten Ressorts am Schwielowsee zu nehmen. "Wir werden auf den Wirtschaftsbetrieb und die Mitarbeiter achten, die dort tätig sind", so Stenger.

Hilpert hatte sich beim Bau des "Ressorts am Schwielowsee" nach Ansicht des Landgerichts Potsdam Fördermittel in Höhe von neun Millionen Euro erschlichen und war dafür im Sommer zu fünf Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Einsilbig zeigte sich der neue ILB-Chef dagegen bei der Frage nach seinen Bezügen. Während des Pressegesprächs verwies er aufs Internet - doch da standen keine aktuellen Zahlen. Später lieferte sie sein Pressesprecher nach: Stenger erhält rund 213 000 Euro feste Jahresbezüge. Dazu kommen umsatzabhängige Vergütungsanteile, deren Höhe erst nach Vorlage der Jahresbilanz für das jeweilige Jahr berechnet wird.

Im April hatte die damalige CDU-Landesvorsitzende Saskia Ludwig in einem Zeitungsbeitrag die Höhe der Bezüge der Chefs von Landesunternehmen kritisiert und sie ins Verhältnis zum Jahressalär des Ministerpräsidenten gesetzt. Denn der verdient mit rund 12 000 Euro im Monat deutlich weniger als der Chef der ILB.