"Natürlich gibt es keine politische Zusammenarbeit der CDU mit der Linken", sagte Tillich der RUNDSCHAU. "Nur wenn es um den Fortbestand von Institutionen und die Einhaltung der Verfassung - oder Gemeindeordnung - geht, sind die Stimmen der Linken notwendig." Dies gelte etwa bei der Wahl von Verfassungsrichtern oder des Rechnungshofpräsidenten, bei der eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag notwendig ist. Mit der NPD sei eine solche Kooperation allerdings undenkbar, betonte Tillich, der heute zu einer großen CDU-Kommunalkonferenz zum selben Thema in Oschatz erwartet wird. "Die Rechtsextremisten treten noch wesentlich extremer auf, da sie auch die körperliche Unversehrtheit des politischen Gegners nicht respektieren." Allerdings müsse sich auch die Linke von radikalen Gewalttätern in ihren Reihen klar distanzieren, forderte Tillich.

Fraktionschef Flath hatte vor einer Woche eine "Handlungsempfehlung" für die Parteifreunde in den Kreistagen vorgelegt und damit einen deutlich härteren Kurs verfolgt: "Eigene Anträge oder Wahlvorschläge der CDU dürfen nur eingebracht werden, wenn sie eine Mehrheit ohne die Zustimmung von NPD und Linkspartei erhalten." Für die CDU könne es "keine Zusammenarbeit mit der NPD und der Linken geben". Anträge beider Parteien seien generell abzulehnen. Für diese Gleichsetzung war Flath von Parteifreunden kritisiert worden. Linke und NPD wiesen zwar "extremistische Grundstrukturen" auf, "aber man sollte sie nicht gleichbehandeln", sagte der Thüringer CDU-Fraktionschef Mike Mohring der RUNDSCHAU.