Er appellierte insbesondere an die CDU, sich als Partei in der Tradition christlicher Grundwerte für den Schutz der Sonntagsruhe einzusetzen. Eine weitere Aushöhlung des Sonntagsschutzes mit künftig fünf statt vier verkaufsoffenen Sonntagen "werden wir nicht hinnehmen und gegebenenfalls alle Möglichkeiten des Rechtsweges ausschöpfen", sagte Bohl. CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer entgegnete, für die CDU sei der Schutz des Sonntags wichtig. Man werde bei einer Änderung des Ladenschlussgesetzes "das Gespräch besonders auch mit den Kirchen suchen", sagte Kretschmer. Allerdings gelte es, eine Abwägung zwischen dem Schutz von Sonn- und Feiertagen auf der einen und der unternehmerischen Freiheit auf der anderen Seite zu treffen. Bohl verwies auf zunehmende Arbeitsbelastungen und überdurchschnittlich lange Arbeitswege, die ein hohes Maß an Beweglichkeit abverlangten. Der Sonntag gewinne damit zunehmend "als ein Raum an Bedeutung, in dem Menschen zur Ruhe kommen können", sagte Bohl. "Unsere unruhige Zeit braucht solche Zeiträume der Entschleunigung, die wir durch die Möglichkeit des Einkaufens nicht gegeben sehen." CDU und FDP hatten in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, den Sonntagsschutz "in der derzeitigen rechtlichen Ausformung" beizubehalten. Derzeit dürfen Geschäfte in Sachsen an vier Sonntagen im Jahr öffnen. Laut Medienberichten erwägen die Koalitionsparteien nun aber, einen eingeschränkten fünften verkaufsoffenen Sonntag zu ermöglichen. ddp/mb