Ab Januar 2014 soll demnach jedes in Sachsen erscheinende Buch mit mindestens einem Exemplar in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (Slub) vorliegen.

"Damit wollen wir eine möglichst vollständige Erfassung aller sächsischen Medienprodukte, die bibliografische Dokumentation und die Zugänglichkeit für die Allgemeinheit erreichen", erklärte CDU-Kultursprecherin Aline Fiedler.

Zudem soll das Haus künftig flexibler sowie nutzerfreundlicher werden und "besser auf die Anforderungen an eine moderne Bildungs-, Service- und Wissenschaftseinrichtung reagieren können", so Fiedler. Bislang untersteht die Landesbibliothek direkt dem Wissenschaftsministerium.

Nach den Worten des FDP-Abgeordneten Nico Tippelt müsse die Bibliothek künftig nicht mehr jede Anschaffung eines Bleistiftes bis zu zwei Jahre im Voraus planen - könne stattdessen schneller auf Veränderungen reagieren. Die Slub sei das "Zentrum der sächsischen Bibliothekenlandschaft in Form verschiedenster Koordinierungsaufgaben".

Kritiker sehen in der Neuausrichtung indes eine Konkurrenz für die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig. Die Opposition äußerte Zweifel. "Eine Bibliothek ist kein Unternehmen wie eine Autofabrik", erklärte der Abgeordnete Volker Külow (Linke).

Die SPD monierte, dass der Personalrat der Landesbibliothek nicht informiert war und erst für den Donnerstag dort eine Belegschaftsversammlung anberaumt sei.