Im Büro von Burkhardt Meißner ist fast kein Platz mehr. Regale verdecken die Wände, die Fächer sind bis auf den letzten Platz mit Akten gefüllt. Nur ein kleines Flugzeugmodell durchbricht die Aktenstapel. Hier laufen die Fäden für die Baugenehmigungen zum BBI zusammen. Der 55-Jährige leitet die Unterlagen an die verschiedenen Fachabteilungen der Landesbehörden und der Kreisverwaltung weiter. "Jedes Detail muss individuell geprüft werden", sagt der Bereichsleiter. Rund 30 Mitarbeiter der Kreisverwaltung, vom Ordnungsamt bis zum Umweltamt, sind zeitweise mit den Anträgen beschäftigt, weshalb Akten in zehnfacher Ausfertigung eingereicht werden müssen. Ein Antrag mit 21 Ordnern Der Bauantrag zum neuen 22 Hektar großen Terminal umfasste allein 21 Ordner, bestehend teilweise aus mehreren Hundert Seiten. "Das war bisher die größte Herausforderung", erzählt Meißner. Schließlich gebe es für den Bau eines Terminals keine gesonderten Verordnungen, wohingegen der Gesetzgeber beispielsweise für Schulen oder Seniorenheime alles detailgenau geregelt hat. Der Landkreis arbeitete anfangs eng mit dem Flughafen Düsseldorf zusammen, vor allem im Bereich der Brandschutzvorschriften. "Wir profitieren unter anderem von den Erfahrungen, die dort bei der Katastrophe 1996 gesammelt wurden", sagt Meißner. Damals kamen bei einem Feuer 17 Menschen ums Leben. Ursache waren unerlaubte Kunststoff-Isolierungen in Zwischendecken und das Missachten von Brandschutzvorschriften. "Diese Fehler sollen sich in Schönefeld auf keinen Fall wiederholen." In dem neuen Terminal werden 12 000 Brandmelder installiert. Besonders intensiv habe sich das Bauordnungsamt für die barrierefreie Gestaltung des Terminals eingesetzt. In Zusammenarbeit mit Behindertenverbänden wurde für Rollstuhlfahrer, Sehbehinderte und Gehörlose ein Leitsystem entwickelt. Notrufsäulen, Beschriftungen bis hin zur Höhe der Tresenbereiche mussten in den Planungen berücksichtigt werden. Nach einem halben Jahr sei das Vorhaben genehmigt worden, sodass die Arbeiten im vergangenen Juli pünktlich beginnen konnten. Zur täglichen Arbeit von Burkhardt Meißner und seinen Mitarbeitern gehört auch das Überprüfen der Bauvorhaben mit dem Planfeststellungsbeschluss von 2004. Darin seien unter anderem Aufteilung und Größe der Gebäude, aber auch Verkehrsanbindungen geregelt. "Dennoch befindet sich der Bauprozess planerisch ständig in der Weiterentwicklung", sagt Meißner. So würden regelmäßig neue Erkenntnisse und Wünsche der Airlines geprüft. Für den Airbus A380 war etwa im Nachhinein die Vergrößerung einer Brücke notwendig. "Die Details werden mit Computersimulationen errechnet. Nichts wird dem Zufall überlassen", sagt Meißner. 60 Genehmigungen Mehr als zwei Drittel der Bauanträge für den BBI muss die Verwaltung des Dahme-Spreewaldkreises noch bearbeiten. Seit 2006 wurden von der Behörde rund 60 Vorhaben genehmigt. Darunter befindet sich auch der Tower der Deutschen Flugsicherung, der mit 72 Metern das höchste Gebäude des Flughafens darstellen wird. Abgelehnt worden seien bisher keine Anträge. "Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Der 30. November 2011 als Fertigstellungstermin bleibt realistisch", sagt Meißner.