Mit Grundstücken lässt sich in Brandenburg gut Geld verdienen: Erstmals seit der Jahrtausendwende hat der Immobilienmarkt im Land 2015 die Marke von fünf Milliarden Euro Jahresumsatz überschritten. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2015 hervor, den Staatssekretärin Katrin Lange (SPD) und der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Jürgen Kuse, am Montag in Potsdam vorstellten.

Deutlich gestiegen sind vor allem die Immobilienpreise in der Landeshauptstadt: In Potsdam liegt der durchschnittliche Kaufpreis für ein freistehendes Einfamilienhaus mittlerweile bei 431 000 Euro.

In Elbe-Elster beträgt er dagegen nur 60 000 Euro, in Cottbus 154 300 Euro, in der Prignitz 81 900 Euro und in der Uckermark 111 100 Euro. Baureifes Land in den Speckgürtelgemeinden sei im Durchschnitt 2,8-mal teurer als im Berlin-fernen Raum. Auch der Erstkauf einer Eigentumswohnung schlägt in Potsdam durchschnittlich mit 336 800 Euro zu Buche. In den übrigen kreisfreien Städten liegt der Durchschnittspreis bei 146 800 Euro, in den weiter von Berlin entfernten Landesteilen bei 132 600 Euro. Insgesamt sei der Durchschnittspreis bei erstmals verkauften Eigentumswohnungen in Brandenburg 2015 um gut 17 Prozent gestiegen.

"Wir gehen davon aus, dass dieser Trend weiter anhält", sagte Lange. "Auch in den weiter von Berlin entfernten Regionen sind steigende Kaufpreise zu beobachten." Vor allem gut erschlossene Mittelzentren, die von Regional-Express-Linien bedient werden, seien bei Pendlern gefragt, etwa Neuruppin oder Eberswalde. Kuse verwies darauf, dass Brandenburg ein "Eigentümerland" sei. "Die überwiegende Mehrzahl der Käufer erwirbt die Immobilie, um selbst darin zu wohnen."

Dabei gebe es noch immer große Unterschiede bei den Quadratmeterpreisen für Baugrundstücke: So könnten in Potsdam einzelne Grundstücke für 1300 Euro pro Quadratmeter den Besitzer wechseln. In Dörfern, etwa im Elbe-Elster-Kreis, gebe es dagegen noch Preise von lediglich fünf Euro pro Quadratmeter. In den kreisfreien Städten Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg (Havel) entwickele sich der Grundstücksmarkt dagegen stabil: Grundstücke seien auch hier gefragt, es gebe aber nicht die Dynamik der Landeshauptstadt und des Berliner Umlands.

Einen Umsatzrückgang beobachteten die Gutachter dagegen bei den Agrargrundstücken. Im Jahr 2015 sank die Zahl der Kaufverträge in der Land- und Forstwirtschaft um fünf Prozent auf 7079 - wobei der Trend zu steigenden Bodenpreisen in der Landwirtschaft weiterhin anhält.

Mit einem Durchschnittspreis von 1,52 Euro pro Quadratmeter liegt die Uckermark hier an der Spitze des Marktes in Brandenburg, gefolgt von einem Durchschnittspreis von 1,15 Euro in Märkisch Oderland und 1,10 Euro in der Prignitz.