Dem neuen Forum sollen neben Vertretern des Verkehrs-, Innen- und Bildungsministeriums auch die brandenburgische Verkehrswacht und die Polizei angehören. Im März sei laut Sprecher die Gründung des Forums angedacht, das dann bis Juni ein neues Verkehrssicherheitsprogramm für Brandenburg vorlegen soll.
Obwohl die Zahl der tödlich verlaufenden Verkehrsunfälle seit Mitte der 90er-Jahre von rund 900 auf etwas über 300 sank, ist sie zu hoch, heißt es in einer Erklärung der Koalitionsfraktionen von SPD und CDU im Landtag weiter. Es gelte, die Sicherheit weiter zu erhöhen. Nach Ansicht des Sprechers des Verkehrsministeriums Lothar Wiegand ist das wichtigste Modellprojekt die landesweite Analyse von Unfallstrecken. Dabei gehe es um das Herausarbeiten von Unfallursachen und Empfehlungen für Umbauten. Weiter nannte er das vom Bund mit fünf Millionen Euro geförderte Schutzplankenprogramm an Bundes- und Landesstraßen und die systematische Analyse von Wildunfällen.
Der Landtag will sich ebenfalls einen Überblick über Modellversuche zur Erhöhung der Verkehrssicherheit verschaffen. In einem gemeinsamen parlamentarischen Antrag der Koalitionsfraktionen wird darauf verwiesen, dass Verkehrsminister Frank Szymanski (SPD) im II. Quartal den Verkehrsausschuss über laufende oder ausgewertete Modellversuche zur Verkehrssicherheit informieren solle. Entgegen ursprünglichen Planungen fielen die Landesprogramme zur Verkehrserziehung und zur Schulwegesicherung in diesem Jahr nicht dem Rotstift zum Opfer. Im Rahmen der Haushaltsdebatte war dieser Plan der Staatskanzlei fallen gelassen worden, unterstrich Sprecher Wiegand.
Die Präsidentin der Landes-Verkehrswacht, Anita Tack (PDS), wies darauf hin, dass Brandenburg sich mit Mecklenburg-Vorpommern den traurigen Spitzenplatz bei Verkehrsunfällen teilt. Eine Streichung des Programms wäre vor diesem Hintergrund nicht hinnehmbar. "Die Schulwege werden immer länger, da können wir ihre Sicherung nicht vernachlässigen", betont sie. Erhalten bleibt laut Verkehrsministerium ebenfalls die Verkehrs-Sicherheitskampagne "Lieber sicher - Lieber leben".

Zum Thema Koalition einig
 In einer gemeinsamen Stellungnahme von SPD- und CDU-Fraktion wird das Vorhaben begrüßt. In der von Fraktionschef Gunter Fritsch (SPD) und Beate Blechinger (CDU) unterzeichneten Erklärung heißt es, die Erfolge der Verkehrssicherheitsarbeit ließen sich an der positiven Entwicklung der Verkehrsunfallstatistik belegen. Der Mix aus Kontrolle und Repression, Prävention, Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur sowie dem Einsatz von neuer Technik habe dazu beigetragen, dass die Unfallzahlen sinken und die Folgen von Unfälle abgemildert werden könnten.