Zunächst wollte die Landesregierung die Feierlichkeiten wie berichtet, der Stadt Brandenburg überlassen. Dies hatte dort, aber auch unter Landtagsabgeordneten einigen Unmut ausgelöst, geht die Bedeutung des historischen Jubiläums doch über die lokale Ebene hinaus: Am 11. Juni 1157 eroberte Albrecht der Bär von den Slawen die Brandenburg zurück, also die heutige Havelstadt. Er nannte sich fortan "Markgraf von Brandenburg". Das Ereignis gilt als Beginn staatlicher Kontinuität in der Mark. Damit blickt das Land Brandenburg auf eine längere Geschichte zurück als die meisten anderen Bundesländer.
Inoffiziell wird in Regierungskreisen die bisherige Zurückhaltung auch damit erklärt, dass die Vertreibung der Slawen nicht unbedingt ein Akt ist, den man mit landesweiten Feiern begehen sollte und es außerdem eine Reihe weiterer, für das Land Brandenburg wichtiger historischer Daten gäbe. In der Staatskanzlei kursiert dem Vernehmen nach ein entsprechender Vermerk. Offenbar sind wegen dieser Vorbehalte auch keine weiteren offiziellen Veranstaltungen des Landes, zum Beispiel in der Landeshauptstadt Potsdam, vorgesehen.
Jedoch hat Oberbürgermeisterin Thiemann die Kommunen des Landes aufgerufen, eigene Veranstaltungen zur Würdigung des Ereignisses zu organisieren. Inwieweit diese Anregung aufgegriffen wird, bleibt abzuwarten. Thiemann wünscht sich auch, dass Berlin an dem Jubiläum beteiligt wird.
Landtagspräsident Fritsch sagte dazu, er habe mit dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, schon vor einiger Zeit darüber gesprochen. Der habe ihm gesagt, dass Berlin bereit wäre, mitzumachen. Wie das Engagement Berlins aussehen könnte ist aber noch unklar. Sicher ist bisher nur, dass Berliner Politiker zu den beiden Festakten in Brandenburg an der Havel eingeladen werden.
Denn zum Auftakt der Feierlichkeiten "850 Jahre Mark Brandenburg" veranstaltet die Stadt Brandenburg am 11. Juni, also dem Tag, an dem Albrecht der Bär die Brandenburg vor 850 Jahren eroberte, einen eigenen Festakt im Dom. Zu diesem sollen laut Thiemann maßgebliche Politiker und Persönlichkeiten beider Länder eingeladen werden. Ein Ziel der Stadt Brandenburg ist es, "das Landesjubiläum über die Grenzen des Landes hinaus-
zutragen". Gleich nach dem Festakt wird in Brandenburg an der Havel eine mehrtägige wissenschaftliche Tagung "850 Jahre Mark Brandenburg" beginnen, die das Jubiläum einordnen soll.
Die Stadt Brandenburg, die sich als "Wiege der Mark" versteht, bereitet darüber hinaus anlässlich des Jubiläums eine Vielzahl von Veranstaltungen vor: So soll bereits am 4. Mai eine Sonderausstellung "850 Jahre Mark Brandenburg" eröffnet werden. Außerdem sind Buchlesungen und viele Feste geplant. Vier Wege in die Stadt sollen besonders gestaltet ("inszeniert") werden.