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| 17:32 Uhr

Land opfert Bahn-Knoten Cottbus

Aus Sicht von Pro Bahn ändert die Streichung von drei Lausitzer Bahnhalten nichts an den chronischen Verspätungen des RE 2.
Aus Sicht von Pro Bahn ändert die Streichung von drei Lausitzer Bahnhalten nichts an den chronischen Verspätungen des RE 2. FOTO: Christian Taubert
Cottbus. Mit der Schließung von drei Lausitzer Bahnhalten wird der Regionalexpress (RE) 2 zwischen Cottbus, Berlin und Wismar nicht pünktlicher. Davon ist der Fahrgastverband Pro Bahn überzeugt. Vielmehr wolle die Bahn den Knoten Cottbus opfern. Christian Taubert

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember will der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) die drei Lausitzer Haltepunkte Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz aufgeben, damit der RE 2 vier Minuten Fahrzeit gewinnt. Während der VBB damit auf mehr Pünktlichkeit für den chronisch verspäteten RE 2 hofft, lehnen Bahnkundenverbände den Fahrplanentwurf ab.

"Haltepunkte an Strecken zu schließen, an denen stündlich ein Zug vorbeifährt - das ist ein Unding", sagt der Brandenburg-Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn Dieter Doege im RUNDSCHAU-Interview. Zudem verweist der Verkehrsplaner darauf, "dass der Knoten Cottbus einem sinnlosen neuen Knoten Wittenberge geopfert werden soll". Cottbus sei eine ganz andere Dimension. Hier würden täglich 3000 Reisende umsteigen, "in Wittenberge keine 100". Der Oberbürgermeister der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, so Doege, müsse sich endlich gegen diese schlechte Behandlung durch die Bahn wehren.

Nachdem Pro Bahn einen Alternativ-Fahrplan vorgelegt hat, der VBB aber mauert, müsse jetzt die Potsdamer Ministerin Kathrin Schneider eingreifen. "Es geht um die Bahnreisenden und nicht um Machtspielchen", sagt Doege.

Vor dem Hintergrund, dass Brandenburg bereits vor drei Jahren acht kleine Haltepunkte in der Region zur Disposition stellte, erklärt Doege: Das dürfe nicht passieren. Gerade die kleinen Halte in Randgebieten hätten verkehrswissenschaftlich eine hohe Bedeutung.

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