Danach würden zurzeit sowohl die FDP mit sieben Prozent als auch die Grünen mit fünf Prozent den Wiedereinzug in das Parlament schaffen. Die SPD ist wenige Monate vor der Landtagswahl mit 36 Prozent klar stärkste Partei. Die Linken, die ihre Stellung als zweitstärkste Kraft seit der Wahl 2004 festigen konnten, folgen mit 26 Prozent. Auf 21 Prozent käme die CDU, die seit Kurzem von Forschungsministerin Johanna Wanka geführt wird. Die rechtsradikalen Parteien (DVU ein Prozent/NPD zwei Prozent) wären nicht im Landtag. Für die 30 000 Euro teure repräsentative Umfrage im Auftrag der Linkspartei, die heute offiziell vorgestellt werden soll, waren 1001 Brandenburger in der Zeit vom 21. Januar bis 6. Februar 2009 befragt worden.Landkarte in BewegungDass Brandenburgs politische Landkarte im Superwahljahr in Bewegung kommen könnte, zeigt sich danach auch bei der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl, die am gleichen Tag wie die Landtagswahl stattfindet und deren Ergebnis beeinflussen könnte. Auch hier schaffen FDP (neun Prozent) und Grüne (sechs Prozent) den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Die am Bundestief leidende SPD schneidet schwächer ab, liegt in Brandenburg aber mit 30 Prozent immer noch vorn, die Linken kämen auf 26 Prozent. Knapp dahinter folgt mit 25 Prozent die CDU, die vom Bundestrend profitiert. Nach der Umfrage sinkt im Land der Rückhalt der seit 1999 regierenden SPD/CDU-Koalition, die von 44 Prozent der Brandenburger favorisiert wird, während 39 Prozent Rot-Rot befürworten. Unter den Linke-Wählern ist die früher umstrittene Regierungsbeteiligung heute kein Thema mehr, Rot-Rot hat Rückhalt bei 85 Prozent.Schulnote befriedigend Die Landesregierung erhält in allen Politikfeldern von den Märkern nur die Schulnote drei, befriedigend. 56 Prozent wollen einen "politischen Wechsel", den 41 Prozent ablehnen. Für Linke-Chef Thomas Nord ist jetzt klar: "Es läuft im Herbst auf eine Richtungswahl in Brandenburg hinaus." Die Unzufriedenheit mit der Regierungskoalition wachse. Es gebe im Land erstmals "einen Wechselwillen." Dagegen sieht SPD-Generalsekretär Klaus Ness bestätigt, dass die SPD "beste Chancen hat, wieder stärkste Partei bei der Landtags- und Bundestagswahl im Land zu werden." Es sei realistisch, "die Nazis endlich aus dem Brandenburger Parlament zu bekommen". Auch Ness hält inbesondere den Einzug der FDP in das Landesparlament für wahrscheinlich.Laut Umfrage führt die Beliebtheitsskala der Brandenburger Politiker weiterhin SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck mit einer Note von 2,6 (Bestnote wäre fünf) und einem Bekanntheitsgrad von 97 Prozent an. Die neue CDU-Chefin Wanka, die jeder Zweite kennt, kommt auf 1,6. Auf den gleichen Wert wie Wanka kommt Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, der für die Brandenburger SPD Spitzenkandidat zur Bundestagswahl werden soll. Er ist 0,2 Punkte schwächer als 2008. Linke-Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser erhält die Note 1,1 bei einem Bekanntheitsgrad von 30 Prozent. Die Popularität von Kaiser ist seit dem Vorjahr leicht gesunken.Partei der kleinen LeuteDie Linke hat bei den Brandenburgern das Image der Partei der "kleinen Leute". Das ist sie für 69 Prozent, 2008 waren es 61 Prozent. Selbst 69 Prozent der SPD-Anhänger und 52 Prozent der CDU-Anhänger sehen das so. Erstmals findet eine Mehrheit der Brandenburger, dass die Linke "gute Konzepte" für das Land hat, das bejahen 51 Prozent. Für 55 Prozent hat die Partei gute Politiker. Aber nur 42 Prozent bescheinigen ihr Regierungsfähigkeit, immerhin jedoch zehn Prozent mehr als 2008.