Die Landesregierung sei nach eingehender Prüfung der Ansicht, dass solche Vorwürfe unberechtigt seien. Trotz der Turbulenzen und "unzähliger Schwierigkeiten" sprach sich der Regierungschef klar für die Fortsetzung des 1,3-Milliarden-Projektes aus, an dem das Land mit 38 Millionen Euro beteiligt ist. "Es wäre der Durchbruch für das Land, es wäre der Durchbruch ins neue Technologiezeitalter", so Platzeck wörtlich. "Wer ein modernes Brandenburg aufbauen will, muss Risiken eingehen." Er stellte jedoch klar, dass weitere öffentliche Gelder erst dann freigegeben werden, wenn das noch fehlende private Kapital beschafft sei. "Das ist der Scharfrichter."
Nach den ursprünglichen Plänen sollte die Fabrik an der Oder bereits Ende dieses Jahres fertiggestellt sein, tatsächlich existiert bisher nur die Bodenplatte. Redner von SPD, CDU und PDS wiesen darauf hin, dass sich noch immer keine Banken und Investoren gefunden hätten, die Kredite in Höhe von 670 Millionen Euro gewähren wollten, obwohl sie zu 78 Prozent von Bund und Land verbürgt würden. Dafür mehrten sich Hinweise, dass die Technologie des Frankfurter Instituts für Halbleiterphysik (IHP), die die Grundlage der Chip-Produktion an der Oder bilden soll, inzwischen veraltet sei.
PDS-Vize-Fraktionschef Heinz Vietze nannte die Idee, eine in Brandenburg entwickelte Spitzentechnologie auch direkt hier anzuwenden, "verlockend". Doch müsse man inzwischen fragen, warum Kreditgeber ein "so lukratives Geschäft" ausschlügen.
Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) nannte die Marktbeurteilung problematisch. Die Bau- und Be treiberfirma Communicant müsse den Nachweis führen, dass sie trotz des Zeitverzuges Chancen am Markt habe. Junghanns sagte weiter, es würden zu Recht Fragen nach der Transparenz, der Gründlichkeit und der Professionalität des Projektes gestellt. Er verteidigte jedoch das komplizierte Vertragswerk zwischen Dubai, dem US-Konzern Intel, dem IHP-Institut, dem Land und Communicant. Es sei legitim, dass Dubai und Intel eigene Interessen verfolgten. Trotzdem stellten die Verträge sicher, dass Brandenburg nicht über den Tisch gezogen werde.