Demnach fährt das Land in den nächsten 15 Jahren den Neubau von Straßen deutlich zurück. Statt der ursprünglich 24 geplanten Projekte, sollen nun nur noch 18 Vorhaben realisiert werden. Den größten Brocken machen in den nächsten drei Jahren die Zubringer im Umfeld des neuen Hauptstadtflughafens BBI in Schönefeld mit einer Summe von 51 Millionen Euro aus. Nun werden sich Kabinett und Landtag mit dem Straßen-Plan befassen. Bei den Regierungsfraktionen warb Vogelsänger gestern schon mal mit Erfolg um Zustimmung. Für Brandenburgs Süden hatte Vogelsänger gute Nachrichten parat: Neu gebaut wird ein 2,5 Kilometer langes Teilstück der L 66 bei Mühlberg (Elbe-Elster) für die neue Elbe-Brücke. Die Kosten sollen bei 5,21 Millionen Euro liegen. Vorgesehen ist auch der Bau der L522/531, damit Welzow (Spree-Neiße) und Neupetershain (Oberspreewald-Lausitz) wegen der Tagebaulage besser an die B 169 angebunden werden. Es geht um eine Strecke von drei Kilometern für knapp acht Millionen Euro. Schließlich ist noch eine 4,8 Kilometer lange und 12,3 Millionen Euro teure Ortsumgehung in Cottbus für Hänchen und Kolkwitz (Spree-Neiße) vorgesehen, um das Gewerbegebiet anzubinden. Frank Szymanski (SPD), Oberbürgermeister von Cottbus, begrüßt den Plan: "Die Entwicklung unseres Technologie- und Industrieparks Cottbus ist auf gutem Weg, und die Ortsumfahrung Hänchen ist ein Teilstück der verkehrlichen Erschließung in Richtung Autobahn", sagte er am Dienstag.Wann mit den Vorhaben begonnen wird, wollte Vogelsänger allerdings nicht sagen. Grund dafür sind die knappen Gelder. Ab 2013, wenn die Vorhaben rund um den BBI durch sind, sollen jährlich nur noch fünf Millionen Euro fließen. 45 Millionen Euro gehen in den Erhalt von Landesstraßen. Laut Vogelsänger die "untere Grenze" dessen, was nötig wäre. Die Finanzen und andere Faktoren haben im Infrastrukturministerium für die Abkehr von den Ortsumgehungen gesorgt. Die in den 1990er-Jahre vielerorts verlangten Umfahrungen erweisen sich nicht in jedem Fall als hilfreich. "Der Ruf in den Kommunen nach Ortsumgehungen wird leiser", so Vogelsänger. Die Unternehmen würden sich über ausbleibende Kundschaft beklagen. "Mancher Bürgermeister hat entdeckt, dass die wirtschaftliche Entwicklung seiner Gemeinde schwieriger ist, wenn der Verkehr vorbeifließt."Im Bedarfsplan hat das Ministerium nun sieben geplante Ortsumgehungen gestrichen, die 73 Millionen Euro gekostet hätten. Die Bauprojekte für Strausberg, Hohen Neuendorf, Radebrück, Vetschau, Schmerzke bei Brandenburg/Havel oder Mühlenbeck fallen endgültig weg.