755 Millionen Euro erhält die Förderregion Nordost, 743 Millionen Euro der Südwesten des Landes. Insgesamt kann Brandenburg damit rund 200 Millionen Euro Efre-Fördermittel mehr einplanen als Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. "Das Geld soll vor allem für Innovationsprozesse, Forschung und Bildung sowie zur Entwicklung touristischer und Verkehrsinfrastrukturen, zur Überwindung demografischer Probleme und zum Umweltschutz eingesetzt werden", sagte Junghanns bei der gestrigen Auftaktveranstaltung zur neuen Efre-Förderperiode. Der Minister sieht das Brandenburger Wirtschaftsleitbild - Stärken stärken - im Einklang mit den strategischen Leitlinien der EU-Kommission für die Strukturfonds.
Die konkrete Auswahl der Förderprojekte erfolgt nach dem Auftakt, wo Rahmen und Schwerpunkte gesetzt wurden, jetzt vor Ort. Anträge können von Kommunen, Firmen, Bildungseinrichtungen und anderen gestellt werden. Dabei bleibt die Kofinanzierung der EU-Mittel durch den Antragsteller weiterhin oberstes Prinzip, erklärte Junghanns. Da es angesichts der Finanzlage in den vergangenen Jahren damit teilweise Probleme gab, will das Land hier stärker mitwirken, zum Beispiel durch die Vergabe von Krediten. "Dabei werden Risiken aber genau abgewogen. Eine schlechte Haushaltslage führt nicht zu einer höheren Förderung", betonte der Wirtschaftsminister.
Einen großen Stellenwert bei der EU-Förderung hat die Entwicklung des ländlichen Raumes. "Ziel ist es, die Bevölkerung auf dem Land zu halten, die Landwirtschaft weiter zu modernisieren und alternative Arbeitsplätze anzubieten", unterstrich Dirk Ahner. Eine Prämie für den Wegzug aus schwach besiedelten Gebieten, wie es eine aktuelle Studie vorschlägt, "mag vielleicht ökonomisch sinnvoll klingen, ist aber praktisch nicht umsetzbar", so Ahner. Ziel müsse es sein, die ländlichen Regionen attraktiv zu machen und die Beziehungen von Stadt und Land auszubauen.