1915/1916 entfernen lassen. Damals waren 1,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder getötet worden. Das leugnet die Regierung in Ankara bis heute.
Die Streichung des Hinweises aus dem Brandenburger Lehrplan ist nach RUNDSCHAU-Informationen dem türkischen Generalkonsul Aydin Durusay vor zwei Wochen bei einem Mittagessen Regierungschef Platzeck zugesagt worden. Dem Vernehmen nach hatte sich Durusay zuvor in einem Brief an die Landesregierung wegen der Erwähnung des Völkermordes an den Armeniern im Lehrplan beschwert und zugleich auf fremdenfeindliche Übergriffe gegen Türken in Brandenburg verwiesen. Tatsächlich ist vor einigen Tagen der Passus in dem im Internet vom Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) veröffentlichten Rahmenlehrplan Geschichte für die Sekundarstufe I in aller Stille getilgt worden - auf Anordnung des Bildungsministeriums.
"Wir sind zur Auffassung gekommen, dass es nicht richtig ist, wenn dort nur ein Beispiel für Völkermord steht", sagt Sprecher Thomas Hainz. Den Lehrkräften sei es weiterhin freigestellt, beim Thema Genozid auch den Mord an den Armeniern zu behandeln. Zur Frage, ob diplomatischer Druck der Türkei der Auslöser war, sagte Hainz: "Es gab Gespräche auf diplomatischer Ebene." (Eig. Ber./thm)