Die oppositionellen "Rothemden" forderten erneut energisch den Rücktritt der Regierung. Die Auseinandersetzungen zwischen den "Rothemden" und der Armee waren im Laufe des Samstags eskaliert. Abhisits Regierung hatte Zehntausende Sicherheitskräfte mobilisiert, um gegen die seit Wochen protestierenden "Rothemden" vorzugehen. An mehreren Stellen Bangkoks bezogen Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen Stellung. Die Sicherheitskräfte setzten nach Angaben der Armee Tränengas und Wasserwerfer ein. Es vielen zahlreiche Schüsse. Die Regierungsgegner schleuderten Steine auf die Soldaten und warfen die Tränengaspatronen zurück. Unter den mehr als 800 Verletzten sollen rund 200 Sicherheitskräfte sein. Am Samstagabend zeugten Blutlachen von der Gewalt im historischen Stadtbezirk nahe der bei Rucksacktouristen beliebten Khaosan Road. Von den Protesten war auch die Stadt Chiang Mai im Norden betroffen. "Wir fordern Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva auf, sofort zurückzutreten und das Land zu verlassen", sagte Nattawut Saikuar, einer der Anführer der Oppositionellen. Die "Rothemden" riefen Thailands König Bhumibol Adulyadej auf, einzugreifen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. "Wird jemand den König darüber informieren, dass seine Kinder mitten auf der Straße ohne Rechtsprechung getötet wurden?", fragte Jatuporn Prompan, einer der Anführer der "Rothemden". Der König gilt im politisch zerstrittenen Land als einigende Kraft. Ministerpräsident Abhisit bekundete sein Beileid für die Opfer und kündigte eine unabhängige Untersuchung an, lehnte den von den Demonstranten geforderten Rücktritt aber erneut ab. "Ich und meine Regierung werden weiterhin daran arbeiten, die Situation zu klären", sagte er in einer Fernsehansprache. Abhisits Sprecher erklärte, es sei "nicht in Richtung der Demonstranten" geschossen worden, die Waffen seien nur zur Verteidigung genutzt worden und um "in die Luft zu schießen". Der Sonntag verlief bis zum Abend weitgehend ruhig . AFP/roe