Der wegen der Pro-Agro-Förderung unter Druck stehende Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte am Dienstag überraschend bekannt gegeben, dass Wittstock nächster Ausrichter der Laga wird – die ebenfalls im Rennen befindlichen Städte Spremberg (Spree-Neiße) und Beelitz (Potsdam-Mittelmark) hatten mit einer Entscheidung über die Vergabe erst zur Grünen Woche 2016 in Berlin gerechnet.

"Es ist nicht das Problem, dass die Gartenschau nach Wittstock geht oder das Ergebnis früher bekannt gegeben wird", sagte der Landtagsabgeordnete der Grünen, Benjamin Raschke, am Freitag der RUNDSCHAU. "Das Problem ist der hemdsärmelige Umgang von Jörg Vogelsänger mit solchen Themen." Vogelsänger hatte auf Nachfrage von Journalisten nach den Gründen für die vorgezogene Bekanntgabe erklärt: "Ich habe das entschieden, weil die Vorbereitung einer Landesgartenschau ein sehr langwieriger Prozess ist."

Zudem interessiere die Grünen die EU-Förderung für die Gartenschau: "Die Verwendung von EU-Geldern ist an strenge Kriterien geknüpft, und gerade im Landwirtschaftsministerium gab es in jüngerer Vergangenheit Probleme, etwa bei der Förderung für Pro Agro", sagte Raschke. Die für die Gartenschau geplanten Töpfe und Förderkriterien wollten sich die Grünen deswegen von Vogelsänger erklären lassen. Zudem sei bei jedem EU-Projekt eine anschließende Evaluation vorgeschrieben. "Da interessiert uns natürlich schon, was die Evaluation der Gartenschau in Prenzlau ergeben hat."