Von Benjamin Lassiwe

Die Osterglocken und die ersten Tulpen blühen schon. Und das Frühlingswetter dieser Tage sorgte am Montag auch für ein Strahlen im Gesicht von Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), als er in der Potsdamer Staatskanzlei das Programm der 6. Brandenburger Landesgartenschau vorstellte, die vom Gründonnerstag, 18. April, bis zum 6. Oktober in Wittstock stattfindet. „In Prenzlau hatten wir einen Nervenkrieg, es war Frost gewesen“, erinnert sich der Minister noch mit Schaudern an den Start der Landesgartenschau 2013, die am Ende aber mit unerwartet vielen Besuchern und einem Überschuss in Millionenhöhe endete.

Solch einen Erfolg wünschen sich die Veranstalter natürlich auch für Wittstock. Auf 13 Hektar Ausstellungsfläche, die sich entlang der alten Stadtmauern der mittelalterlichen Altstadt zieht, wurden mehr als eine Million Blumenzwiebeln gesteckt. Im alten Güterboden des Wittstocker Bahnhofs wartet eine Blumenhalle auf die Besucher. Zwölf wechselnde Ausstellungen finden dort im Laufe des Jahres statt – die erste wird sich Blumengestecken aus Frühlingsblumen widmen. Auch ein umfangreiches Musik- und Kulturprogramm soll es zur Landesgartenschau in Wittstock geben. So werden etwa die Musikgruppen Culcha Candela und Truck Stop sowie die Schlagersängerin Michelle auf der Gartenschau erwartet.

Und natürlich spielt auch Theodor Fontane, der vor 200 Jahren geboren wurde, auf der Gartenschau eine Rolle. Ihm ist in Wittstock ein Themengarten gewidmet. Denn aus Sicht der Tourismusfachleute bietet sich eine Kombination aus einem Besuch in der Fontanestadt Neuruppin und in Wittstock an.

Allerdings: Die Laga kommt den Besuchern an dieser Stelle nicht entgegen. Zwar gibt es bei Vorlage der Laga-Eintrittskarte bei insgesamt 15 Partnern Rabatte auf den normalen Eintrittspreis. Dazu zählen etwa der Rostocker Zoo, die Thermen in Bad Wilsnack oder Ludwigsfelde und das Müritzeum in Waren an der Müritz. Doch ausgerechnet die Neuruppiner Fontane-Ausstellung findet sich nicht unter diesen Partnern. „Da ist noch Luft nach oben und zum Nachdenken“, sagte Agrarminister Vogelsänger am Montag.

Aus landespolitischer Sicht dient die Landesgartenschau indes auch der Stadtentwicklung. Insgesamt 27 Millionen Euro flossen vorwiegend aus verschiedenen EU-Programmen in Vorbereitung der Gartenschau nach Wittstock. Neben der Neugestaltung städtischer Parkanlagen wurde etwa das Bahnhofsareal der Stadt komplett neu gestaltet. Dort werden nun die Stadtverwaltung und die Tourismusinformation der Stadt neu angesiedelt.

Und dank Geldern aus dem Bereich der Stadtentwicklung konnten die Ruppiner Kliniken in Wittstock ein Ärztehaus mit zwei Facharztpraxen neu eröffnen. „Die Landesgartenschau wird die Stadt nachhaltig beleben, da das Konzept als dauerhafte Anlage konzipiert wurde“, sagte Vogelsänger.

Um die 300 000 Besucher zu erreichen, die nach Angaben von Laga-Geschäftsführer Christian Hernjokl für eine schwarze Null bei der Laga sorgen würden, setzen die Veranstalter besonders auch auf Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern. Von der Lausitz aus ist man dagegen mit dem RE2 fast vier Stunden bis nach Wittstock unterwegs. Da lohnt sich für einen gründlichen Besuch wohl ohnehin nur eine Wochenend-Reise.