Lichtenstein beschritt 1996 Neuland und lockte gleich 970 000 Besucher - so die offizielle Angabe - in die Region. Heute werden immerhin reichlich 200 000 Gäste pro Jahr in der rund 13 500 Einwohner zählenden Stadt registriert. Hauptanziehungspunkte sind der kulturelle Landschaftspark "Miniwelt" und das Daetz Centrum, eine Ausstellung und Bildungsstätte der internationalen Holzbildhauerkunst.

Bleibende Werte geschaffen
"Ohne die Landesgartenschau hätte es das alles nicht gegeben. Die dadurch gewonnene überregionale Bekanntheit hat außergewöhnliche Investoren hierher geführt", betont Kathrin Hillig. Sie spricht von einer Erfolgsgeschichte, für die das Gartenfestival vor zehn Jahren ein wesentlicher Auslöser war.
Damals seien Anlagen und Einrichtungen von bleibendem Wert geschaffen und Impulse ausgelöst worden, die sich bis in die Gegenwart fortsetzten. Dazu gehörten die Instandsetzung des Schlosspalais, der Englische und der Französische Garten, ein Kneipp-Becken, die "Schule im Grünen" oder Hotels und Gaststätten wie Parkschlösschen und Alte Färberei. "Von 1993 bis 1996 sind 45 Millionen Mark in die Landesgartenschau und periphere Bereiche investiert worden", erinnert sich Bürgermeister Wolfgang Sedner (CDU). Zwar habe die Stadt für die nicht kostendeckende LGS lange mit dem Freistaat nachverhandelt. Doch mittlerweile habe der ehemalige Finanzminister und heutige Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) anerkannt, dass Stadt und Region das öffentliche Geld wert gewesen seien.
Aus den eigenen Fehlern habe man gelernt und die Erfahrungen an die Nachfolger weitergegeben, sagt Sedner. So habe er damals die Anziehungskraft der LGS auf den Nahtourismus überschätzt. Auch würde er das Busreisegeschäft nicht wieder an Fremde vergeben, um es besser steuern zu können. Neben dem hohen Freizeitwert hat Lichtenstein auch wirtschaftlich von der LGS profitiert. Die drei Gewerbegebiete sind zwischen 80 und 100 Prozent belegt. "Das Gewerbegebiet Am Auersberg beispielsweise entstand auf einem Teil des Gartenschau-Areals von 1996. Dort haben sich Firmen mit Perspektive angesiedelt - Flugzeugmotorenbauer, Glaswerk, Sanitärausstatter und andere, die eine hohe Zahl an Einpendlern binden. Lichtenstein hat heute mehr Arbeitsplätze als vor der Wende", erläutert Hillig.

Festplatz fehlt noch
Sie verweist zudem auf den Bürgerstolz, der sich in einem regen Vereinsleben und in Initiativen zur Erhaltung und zum Ausbau des Entstandenen niederschlage. Dennoch sind die Lich tensteiner nicht frei von Sorgen. So muss in die Erhaltung der Parks und Grünanlagen eine Menge Geld gesteckt werden. Und es gibt offene Wünsche wie einen großen Festplatz, die Beseitigung von Industriebrachen und die Wiederbelebung eines größeren Hotels, in dem Busreisegruppen Station machen können.
Die Stadt im Internet:
www.lichtenstein-sachsen.de