Der Sprecher der Unions-Innenminister sagte: "Thüringen muss sich nun die Frage stellen, wie es damit umgeht, wenn es in Teilen aus dem Verbundsystem aussteigt."

Auch das Bremer Innenressort sprach von einem "nicht zu rechtfertigenden Sonderweg".

"Berlin kann und wird sich ein solches Risiko nicht leisten", sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). "V-Leute bleiben ein unverzichtbares Instrument." Allerdings haben einige Bundesländer strengere Regeln für den V-Leute-Einsatz festgeschrieben oder planen es. Das gilt etwa für Niedersachsen, Bremen, Hessen oder Baden-Württemberg.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sagte: "Gute und effektive Verfassungsschutzarbeit lässt sich nicht allein vom Schreibtisch aus machen." Die Einschätzung von realen Personen sei wesentlich. Henkel und Ulbig gehen aber nicht davon aus, dass der Informationsaustausch mit Thüringen ins Stocken gerät. Schließlich seien die Verfassungsschutzbehörden zur Kooperation verpflichtet.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, Thüringen sei weiter in den Informationsaustausch eingebunden. Es müsse aber die Geheimhaltung mancher Informationen garantieren.

Caffier und Sachsen-Anhalts Ressortchef Holger Stahlknecht (CDU) drohten damit, den Informationsfluss einzuschränken. "Wir haben immer darauf verwiesen, dass der Verfassungsschutz nur als Verbundsystem funktioniert", sagte Caffier. Daraus sei Thüringen nun in Teilen ausgeschert.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) wertete die Drohung vonseiten der Union als falsch. Er mahnte aber, man müsse das ernsthafte Gespräch mit Thüringen suchen. Es sei klar, "dass wir uns nicht erlauben können, dass wir in Thüringen quasi einen blinden Fleck für alles Extremistische haben."

Aus Baden-Württemberg hieß es, zum künftigen Umgang mit Thüringen sei noch keine Entscheidung gefallen.

Die Innenressorts in Brandenburg und Hamburg wollten die Thüringer Entscheidung nicht kommentieren. Auch der rheinland-pfälzische Ressortchef und Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), wollte den Schritt nicht bewerten.