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L wie Langeweile, M wie Magdeburg, N wie Nichtwähler

Eines kann man den Wahlkämpfern nicht vorwerfen: Lustlosigkeit. Alle Spitzenkandidaten werfen sich in die Wahlschlacht, zwei Kundgebungen am Tag sind Minimum.

Und trotzdem empfinden viele Bürger große Langeweile. Wie schon vor vier Jahren, wie schon vor acht Jahren.

Woher kommt das? Klar, speziell Angela Merkel geht gerne jeder Kontroverse aus dem Weg. Das ist ihr Prinzip. Dabei gibt es viele Konfliktthemen - Flüchtlinge, innere Sicherheit, Klimaschutz, aber die werden von ihr kaum angesprochen. So entsteht wenig Reibung. Wie im echten Leben. Klammert man die AfD mal aus, überschneiden sich die Parteien ohnehin inhaltlich in vielen Punkten.

Das gilt natürlich nicht für alle der 42 zur Bundestagswahl zugelassenen Vereinigungen. Schon gar nicht für die wohl ungewöhnlichste - die Magdeburger Gartenpartei. Sie ist aus Protest gegen die Vernichtung von 162 Gärten in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt entstanden. Doch "die Magdeburger Gartenpartei ist nicht nur für Gärtner und Magdeburger", lobt man sich selbst. Man wolle vielmehr Ökologie, Wirtschaft und Soziales sinnvoll zu "dunkelgrün" verbinden. Nur zu.

Ob man damit allerdings Nichtwähler mobilisiert, sei dahingestellt. Zuletzt erwog jeder Vierte Wahlberechtigte, dem Urnengang fernzubleiben. Die Hauptgründe für die Enthaltsamkeit sind laut Studien Unmut über Politiker sowie die Unzufriedenheit mit den Programmen der Parteien. Überzeugend ist das aber nicht. Hagen Strauß