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"Kyrill" – nur ein Auszug der Schadensbilanz

Der Sächsische Staatsforst vermeldete: Mehr als 1300 Hektar Kahlflächen im Staatswald, über 1,8 Millionen Kubikmeter geworfenes, gebrochenes und zersplittertes Holz in allen Waldeigentumsarten – nahezu der gesamte durchschnittliche Jahreseinschlag im Freistaat lag in nur wenigen Stunden auf dem Waldboden. Neißeorte sowie Kringelsdorf und Reichwalde (bei Boxberg) waren infolge des Sturms rund 48 Stunden ohne Strom.

In Mühlrose hinterließ der Sturm Schäden an fast jedem Haus. Der Bergpark, ein Teil des Muskauer Parks, büßte 70 bis 80 Bäume ein, darunter 150-jährige Exemplare. Rund 100 000 Festmeter Holz mussten im Wald rings um Weißwasser als Windbruch beräumt werden.

Brandenburgs Forstwirtschaft musste einen Schaden von knapp 17 Millionen Euro im Landes- und Privatwald hinnehmen. "Kyrill" hatte mit Windgeschwindigkeiten bis zu 225 Stundenkilometer rund 468 000 Festmeter Holz "gefällt". Die Schäden wurden binnen zwei Jahren beseitigt.

In Sachsen-Anhalt sind allein 80 000 Meter Festmeter Holz im Nationalpark Harz "Kyrill" zum Opfer gefallen. Besonders stark wütete der Sturm in Wittenberg. Im Stadtteil Klein-Wittenberg gab es 28 kaputte Dächer, 170 zerstörte Dächer, 34 beschädigte Balkone - insgesamt 2,4 Millionen Euro Schaden, so die Bilanz der Wohnungsgesellschaft WIWOG. Von der Wittenberger Schlosskirche mit ihrer berühmten Thesen-Tür krachten zwei zehn Meter lange und mehrere Tonnen schwere Säulen in die Tiefe, eine davon durchschlug das Dach des Kirchenschiffs.

Zahlreiche Stromausfälle. Im envia-M-Netzgebiet waren etwa 150 000 Kunden ohne Strom; davon in Brandenburg 61 000, in Sachsen-Anhalt 51 000 und in Sachsen 41 000. Es dauerte zwei Tage, bis die Stromversorgung überall wieder hergestellt war.

"Kyrill" in Europa. Irland, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Dänemark, Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Weißrussland, Ukraine, Rumänien, Russland waren vom Orkan betroffen. "Kyrill" braute sich am 15. Januar zusammen, hatte seinen Höhepunkt am 17./18. und flachte am 22. Januar ab.