Jetzt hat der Winter auch die Lausitz erreicht. Stundenlanger Schneefall am Sonntag hat der gesamten Region eine zentimeterdicke Schneedecke beschert. Bis tief in die Nacht soll es weiter in Südbrandenburg schneien.

Was schön aussieht, hat den Straßenverkehr - vor allem in Sachsen - massiv beeinträchtigt. Der besonders nasse Schnee hat viele Straßen in Rutschbahnen verwandelt. Auf der A4 bei Görlitz stellte sich ein Laster quer und sorgte für Stau. In Friedersdorf (bei Görlitz) rutschte auf spiegelglatter Straße ein Rettungswagen in einen Graben. Bei Niesky schlitterte ein Bus gegen einen Baum: 200 000 Euro Schaden. Allein im Bereich der Polizeidirektion Görlitz gab es bis 17 Uhr mehr als 70 wetterbedingte Einsätze. In Brandenburg meldete die Polizeidirektion Süd im gleichen Zeitraum mindestens zehn glättebedingte Unfälle. Alles leichtere Blechschäden, niemand wurde verletzt. Aber auch in den Abendstunden kam es zu einigen Unfällen: Auf der A15 rutschte ein Fahrer mit seinem Auto gegen 17 Uhr zwischen Roggosen und Forst in die Leitplanken. Nach Angaben eines Sprechers der Autobahnpolizei waren „unangepasste Geschwindigkeit bei Glätte“ die Unfallursache.

Schlimmer erwischte es einen Autofahrer auf der A13 nahe der Raststätte Rüblingsheide in Fahrtrichtung Dresden. Gegen 17.40 Uhr verlor er die Kontrolle über seinFahrzeug. Der Wagen überschlug sich, blieb auf dem Dach liegen. Die Feuerwehr musste den Fahrer befreien, er wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

„Insgesamt haben wir am Sonntag für Südbrandenburg mit 25 bis 30 Zentimeter Neuschnee gerechnet“, sagt Thomas Hain von Deutschen Wetterdienst. Verantwortlich dafür sind zwei Tiefdruckgebiete: ,Piermin’ über Nordpolen und ,Quirin’ über Norditalien. Besonders problematisch: Der sehr nasse Schnee hat die Gefahr von Schneebruch mit sich gebracht: Äste oder Oberleitungen, die unter der Last abbrechen können, sind die Folge.

Selbst die Spieler des FC Energie sind „Schneeopfer“ geworden. Die für Sonntag geplante Drittliga-Partie von Energie Cottbus bei der SpVgg Unterhaching fiel den winterlichen Bedingungen zum Opfer. Der FCE war wie üblich bereits am Samstag angereist und übernachtete in einem Hotel am Tegernsee. Trainer Claus-Dieter Wollitz kritisierte wegen der kurzfristigen Absage am Sonntagmorgen um 9 Uhr den Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass man uns überhaupt anreisen lässt. Das ist eine eklatante Fehlentscheidung durch den DFB“, sagte Wollitz. Die Wetterprognose sei eindeutig gewesen: „Deshalb finde ich es unverantwortlich, dass man uns und auch die Fans bei diesen gefährlichen Straßenverhältnissen quer durch Deutschland fahren lässt.“ Die Reise koste den Verein „mehrere Tausend Euro“, sagt Wollitz.

Erst gegen 4 Uhr in der Nacht zu Montag soll der Schneefall nachlassen. Das bringt aber erstmal keine Entwarnung: Denn die Temperaturen sinken nachts auf ein bis zwei Grad unter Null - und das bedeutet akute Glättegefahr auf den Lausitzer Straßen.

Dann soll der Spuk aber allmählich ein Ende haben. In den kommenden Tagen rechnet Meteorologe Hain tagsüber mit 3 bis 4 Grad über Null, auch die Sonne soll sich ab und zu mal sehen lassen. Tauwetter.

Nachts sinken die Temperaturen aber wieder leicht unter den Gefrierpunkt, dann kann’s auch wieder rutschig werden. „Ein anhaltender Winter ist derzeit aber nicht in Sicht“, sagt Thomas Hain. Ganz im Gegenteil. Am kommenden Wochenende sollen wir allerdings einen ersten Vorgeschmack auf den Frühling bekommen: bis zu zehn Grad sind angesagt.

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