Statt der Kurzzeit-Reaktivierung als Staatssekretär bekam der 50-Jährige nun eine öffentlich-rechtliche Zusicherung von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD): Wenn es in Cottbus schief geht, kann Szymanski wieder als Staatssekretär in Potsdam arbeiten.Seit 1990 war Szymanski im Landesdienst. Zunächst als Lehrer, dann als Schuldirektor in Cottbus, als Staatssekretär im Bildungsministerium und zuletzt als Verkehrsminister. Lange hatte er sich gegen das Drängen der SPD gesträubt, als Oberbürgermeister für Cottbus zu kandidieren. Schließlich gab er nach und gewann die Wahl.

Erst dann habe er sich gefragt, was mit seinen Pensionsansprüchen passiert, wenn er in Cottbus nicht die volle Amtszeit von acht Jahren übersteht, sagte Szymanski am Dienstag. Zusammen mit Staatskanzleichef Clemens Appel und Finanzminister Rainer Speer (alle SPD) stellte er den Journalisten die außergewöhnliche Regelung vor, um seine Ansprüche für alle Fälle zu sichern. Etwas problematisch, aber rechtlich einwandfrei und alternativlos, lautete die Botschaft.

Wenige Stunden später war die Alternative gefunden: Eine Rückkehrgarantie als Staatssekretär von Platzeck persönlich, lautete die neue Zauberformel. Szymanski war sichtlich erleichtert, denn ganz wohl war ihm mit der Sonderbehandlung nicht gewesen. Er sei aber schließlich 50 Jahre alt und Familienvater. Die Pensionsansprüche habe er sich erarbeitet.

In diesen Stunden waren aber die empörten Stellungnahmen von allen Seiten auf die Landesregierung eingeprasselt. Linkspartei.PDS, Grüne, FDP, Deutsche Polizeigewerkschaft, Beamtenbund und der Bund der Steuerzahler verdammten den Schachzug der Regierung. Selbst der Koalitionspartner CDU machte seiner Wut Luft. Obwohl die Regelung mit dem CDU-Vorsitzenden und Innenminister Jörg Schönbohm abgestimmt worden sein soll, forderte CDU-Fraktionschef Thomas Lunacek eine umgehende Kehrtwende der Regierung. Und die CDU-Abgeordnete Barbara Richstein spottete: "Sieht so Platzecks vorsorgender Sozialstaat aus?"

Doch auch an der neuen Lösung regte sich schnell Kritik. Platzeck sei schließlich nur bis zum Jahre 2009 im Amt, stellte die Linkspartei.PDS fest. "Das Recht, Zusagen, zumal in Personalangelegenheiten, abzugeben, dürfte kaum über diesen Zeitpunkt hinausreichen". Jetzt müsse Schluss sein mit der Brandenburger Praxis: Einmal Staatssekretär, immer Staatssekretär.

Damit spielte die PDS auf den Fall des früheren Staatssekretärs Gerd Harms an. Dieser hatte 1998 bei seinem Wechsel als Minister nach Sachsen-Anhalt vom damaligen märkischen Regierungschef Manfred Stolpe eine Rückkehrgarantie bekommen. Die nahm er im Sommer 2002 an. Die Folge: Mehr als zwei Jahre bekam er als Staatssekretär im einstweiligen Ruhestand 75 Prozent seiner früheren Bezüge, bis endlich ein neuer Posten in Potsdam gefunden war.