Seit 2004 habe er sich um fünf Jahre erhöht. Doch das Land hat jahrelang auf eine Ausbildung im Verwaltungsbereich verzichtet. Gestern nun kündigte Lange einen Kurswechsel an. "Wir müssen vorbereitet sein, und rechtzeitig entsprechende Fachkräfte ausbilden", sagte die frühere Amtsdirektorin von Meyenburg. 2019 soll an der Landesakademie für öffentliche Verwaltung in Königs Wusterhausen wieder für den mittleren Dienst ausgebildet werden. Und im September startet an der Technischen Hochschule Wildau ein Studiengang für den gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst: Im Rahmen einer Bachelorausbildung werden insgesamt 65 Studenten ihre Ausbildung beginnen.

Doch im Vergleich zu den Zahlen der Pensionäre muten die Zahlen der Studienanfänger an wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein - dabei gab es für die 65 Studienplätze mehr als 500 Bewerber. Der Landrat von Potsdam-Mittelmark und Vorsitzende des Landkreistags, Wolfgang Blasig, spricht deswegen auch von einer "Herausforderung". In seinem Landkreis gehe in den nächsten fünf bis acht Jahren ein Drittel der Mitarbeiter in Rente. "Wir müssen den Übergang so organisieren, dass der Empfänger der Dienstleistung es nicht merkt." Für ihn sei der anstehende Wandel auch ein Argument für die Kommunalreform, sagt Blasig.

"Wenn die Köpfe weniger werden, muss man alte Strukturen umwerfen." Schon länger bekannt ist der Personalmangel bei der Polizei. An der Fachhochschule in Oranienburg werden 350 Polizeianwärter ihren Dienst neu antreten. Und in den vergangenen Jahren habe man auch einen neuen Markt für sich entdeckt, sagt Direktor Rainer Grieger. Seit einem Jahr lernen in Oranienburg drei aus Polen stammende Polizeianwärter, die als EU-Bürger Beamte werden dürfen. "Gerade weil sie polnische Muttersprachler sind, sind sie für die Brandenburger Polizei natürlich eine sehr große Bereicherung", sagt Grieger.

Theoretisch könnten aus Polen sogar noch mehr Bewerber kommen. Doch für die 60 bis 80 Interessenten, die es aus dem Nachbarland derzeit jährlich gibt, sei die Sprache oft ein zu großes Problem.