Die türkische Luftwaffe hatte am Samstagmorgen erneut mutmaßliche PKK-Einrichtungen im Nordirak angegriffen. Dabei seien mindestens acht Zivilisten getötet worden, berichteten Anwohner. Das türkische Außenministerium leitete Ermittlungen ein. Es werde jede Anstrengung unternommen, um bei Luftangriffen zivile Opfer zu vermeiden, hieß es in einer Erklärung. Man wisse, dass sich keine Zivilisten in dem besagten Camp aufhielten und dass zum Zeitpunkt des Angriffs hochrangige PKK-Mitglieder dort gewesen seien. "Auf der anderen Seite ist es leider eine Tatsache, dass die Terrororganisation Zivilisten als menschliche Schutzschilde nutzt", hieß es weiter.

Nach Terroranschlägen in der Türkei mit Dutzenden Toten fliegt die türkische Luftwaffe Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und der PKK im nordirakischen Kurdengebiet. Die PKK hat mehrfach Polizisten in der Türkei angegriffen. Beide Seiten erklärten den 2013 gestarteten Friedensprozess für beendet. In dem Konflikt sind in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 40 000 Menschen ums Leben gekommen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan besuchte am Samstag Pakistan, wo er Ministerpräsident Nawaz Sharif traf. Wie ein pakistanischer Regierungsvertreter sagte, suchte Erdogan Unterstützung im Kampf gegen den IS. Er wirbt dafür, dass Länder wie Indonesien, Malaysia und Pakistan den Zustrom von Kämpfern in die Region durch ihre Gebiete unterbinden. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) im Norden Syriens warnten unterdessen die Türkei vor weiteren Angriffen. "Wenn diese provokativen Aktionen weitergehen, werden sie negative Konsequenzen haben, und die türkische Regierung wird für die Folgen verantwortlich gemacht werden", hieß es in einer Erklärung.

Die YPG-Einheiten sind eng mit der PKK verbunden und kämpfen im türkisch-syrischen Grenzgebiet gegen den IS. Sie sind damit Verbündete der USA und werden seit Monaten durch Luftangriffe unterstützt.

Nach wochenlangen Kämpfen vertrieben YPG-Einheiten und syrische Regierungstruppen den IS aus der Stadt Hasaka im Nordosten Syriens. Kurden-Sprecher Idriss Nassan sprach von einem wichtigen Sieg.