Bis dahin solle ein jüngst eingesetztes unabhängiges Beratergremium einen Kompromissvorschlag vorlegen, der sowohl den Bedenken der Unesco gegenüber dem Bauprojekt als auch dem Ergebnis des Dresdner Bürgerentscheids zugunsten der Brücke Rechnung trage, sagte der Kuratoriumsvorsitzende Ingo Zimmermann gestern in Dresden. Er sei überzeugt, dass es eine solche Lösung gebe. Die Unesco droht mit der Aberkennung des Welterbetitels für das Elbtal, falls die Brücke in ihrer geplanten Weise gebaut wird.
Zimmermann führte aus, dass ein neuer Brückenentwurf denkbar sei, der höchsten ästhetischen Ansprüchen genüge. Er denke an eine zeitgemäße Adaption des "Blauen Wunders". Die berühmte, 1893 errichtete Stahlhängebrücke ist ein Wahrzeichen Dresdens und befindet sich wenige Kilometer von dem Ort entfernt, an dem die neue Brücke entstehen soll.
Die Mediatorengruppe war nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Bautzen von Birgitta Ringbeck, Delegierte der Kultusministerkonferenz beim Welterbekomitee der Unesco, eingerichtet worden. Die fünf Experten haben bis Mitte Januar Zeit, um eine Lösung zu präsentieren. Andernfalls will das OVG Ende Januar selbst einen Beschluss fassen. Das Gericht hatte im Brückenstreit Anfang November seine Entscheidung ausgesetzt und eine außergerichtliche Einigung verlangt. (ddp/kr)