Noch riecht es nach Gips und Farbe, rotieren im Innenhof Sägen und Zementmischer, werden im Foyer letzte Bodenplatten verlegt. Doch bis Ende Mai sollen die Bauarbeiten beendet sein, damit am 20. Juni das Albertinum neu eröffnen kann. Die Galerien nehmen derweil bereits wieder Besitz von ihrer Heimstatt, bestücken die Säle mit ihren Bildern und Skulpturen von Weltrang.

In die „Antikenhalle” sind erste Skulpturen Rodins und Lehmbrucks auf ihre Podeste zurückgekehrt, nachdem sie vier Jahre in einem alten Terminal des Dresdner Flughafens gelagert waren. Auch die Neuen Meister von der Romantik bis zur Gegenwart werden in einem Depot unter der Radebeuler Polizeistation für den Abtransport vorbereitet. Rund 2600 Bilder gehören zum Fundus der Galerie Neue Meister, etwa 300 davon können jeweils gezeigt werden, sagt Galeriechef Ulrich Bischoff.

In enger Abstimmung sei das Haus für die Bedürfnisse der Sammlungen eingerichtet worden, lobte der kaufmännische Direktor der SKD, Dirk Burghardt, bei der gestrigen Schlüsselübergabe. Bei einem Jugendkongress der SKD hätten junge Leute aus dem In- und Ausland gesagt, dass es ihnen im Museum nicht nur um die Kunst gehe, sondern auch um eine coole Architektur. Dieser Anspruch sei im Albertinum verwirklicht.

Auch Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) war sichtlich zufrieden: „Hier sichert der Freistaat einzigartige Kulturgüter für die Nachwelt und präsentiert einen wichtigen Museumsort in neuem Gewand. Hinter den alten Gemäuern verbirgt sich ein architektonisches Meisterwerk der Gegenwart und einer der modernsten Museumbauten Deutschlands.” Die Investitionssumme belaufe sich auf 51 Millionen Euro. Er hoffe, so Unland, dass das neue Albertinum eine Brücke schlage zwischen dem Gestern und dem Morgen.

So wurden nicht nur Dach, Fassaden, Fenster und Säle saniert, die Räume heller und offener gestaltet. Mit der „Arche” im Dach gibt es zugleich eine spektakuläre Neuerung: Über dem Innenhof „schweben” nun auf 70 Metern Länge und in 17 Metern Höhe Restaurierungswerkstätten und Kunstdepots, um Flutschäden für alle Zeit auszuschließen. Bei der Jahrhundertflut im August 2002 war Wasser in die Lagerräume im Keller eingedrungen und hatte große Schäden angerichtet.

Die Sanierung hatte im September 2004 begonnen, ab Anfang 2006 war das Albertinum komplett geschlossen. Fortan ist das Museum nicht nur über die Brühlsche Terrasse zu erreichen, sondern auch von der dahinter liegenden Frauenkirche her. Dort erwartet die Gäste auch ein neuer, moderner Eingangsbereich.