"Mir fällt es schwer zu begreifen, dass es Menschen gibt, die ihren persönlichen Reichtum vor das kulturelle Erbe stellen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Weder der sächsische Kurfürst August der Starke noch andere Vorfahren hätten auch in schweren Krisen so gehandelt. Die Wettiner fordern mehr als 1600 enteignete Porzellanobjekte aus den Staatlichen Kunstsammlungen zurück. Die Werke waren 1945 beschlagnahmt und zu Staatsbesitz erklärt worden.
Sie hatten 1999 zugestimmt, dass ein Großteil der Objekte gegen eine Entschädigung in den Museen bleiben darf. Das ehemalige Herrscherhaus erhielt damals 24 Millionen Euro. Die Wettiner verweisen aber nun auf eine Klausel in der Abmachung mit dem Freistaat, die Nachforderungen möglich macht.
Roth sagte, die Rückgabe-Forderung sei ein "Schlag ins Gesicht von 2,2 Millionen Museums-Besuchern pro Jahr. "Die Schätze gehören uns allen gemeinsam", fügte er hinzu.
Um die Rückgabe zu verhindern, will der Freistaat wertvolle Kunstwerke als nationale Kulturgüter unter Schutz stellen lassen. Damit will das Kunstministerium sicherstellen, dass die Objekte auch weiterhin in Museen öffentlich zu sehen sind. (ddp/mb)