Demnach erzielte die Kultur- und Kreativwirtschaft - gemeint sind Firmen aus den Gebieten Architektur, Design, Buch, Kunst, Musik, Film und Rundfunk - jährlich einen Umsatz von drei Milliarden Euro. Die Branche gibt rund 31 500 Beschäftigten Lohn und Brot - inklusive Selbstständiger sind es sogar 40 000. Die Studie bezog sich auf das Jahr 2006. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) sprach von einem der dynamischsten Zweige in der sächsischen Wirtschaft. "In den Jahren 2000 bis 2006 ist die Zahl der Unternehmen in dieser Branche um 17 Prozent gestiegen. Das ist fast dreimal so viel wie in der sächsischen Gesamtwirtschaft." Jurk hält die "Kreativwirtschaftler" auch für relativ krisenfest - vor allem weil sie weniger vom Export abhängig sind. Negative Folgen seien jedoch möglich, weil Kunden und Publikum in Krisenzeiten weniger Geld ausgeben würden. Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) verwies auf das breite Fächerangebot an Hochschulen. Mehr als 20 000 junge Menschen seien derzeit in Studiengängen eingeschrieben, die Grundlage für einen Job in der Kulturwirtschaft bilden. Als Beispiel nannte sie den Musikinstrumentenbau, Grafikdesign, Film und Fernsehen oder Eventmarketing. Jurk zufolge sollte die Branche künftig viel mehr von Förderprogrammen seines Hauses Gebrauch machen. Die Opposition im Landtag äußerte sich verhalten bis kritisch. "Hoffentlich bleibt es nicht nur bei kreativen Erklärungen in hübschem Design", sagte Grünen-Abgeordneter Karl-Heinz Gerstenberg. Die Liberalen sahen keinen echten Mehrwert in der Studie. "Was vor allem fehlt, sind handfeste Empfehlungen und politische Schlussfolgerungen", befand der Parlamentarier Andreas Schmalfuß. dpa/mb