"Bis zum 500. Jahrestag des Thesen-Anschlags von Martin Luther 2017 in Wittenberg möchten wir die Vorburg sanieren." Dort, in einer kleinen Kammer, hatte der geächtete Reformator die Bibel übersetzt. Ganz vorn auf der Wunschliste steht ein barrierefreier Zugang zu dem Unesco-Weltkulturerbe. "Fünfzig Todesopfer in zwanzig Jahren durch Herz-Kreislauf-Versagen, das reicht". Mehrere Varianten würden derzeit mit Vertretern der Deutschen Unesco-Kommission diskutiert: Seilbahn, Fahrstuhl im Bergesinnern, elektrobetriebene Fahrzeuge. Schuchardt sagte, er teile nicht die Meinung, dass eine Höhenburg nicht für alle erreichbar sein muss. "Wir haben Besucher-Einbußen. Für ältere und behinderte Menschen, Familien mit kleinen Kindern ist der steile Anstieg, zumal im Winter, ein kaum zu überwindendes Hindernis", sagte der Kunsthistoriker. Vom 4. Mai an will die Burg mit der Ausstellung "Dies Buch in aller Zungen, Hand und Herzen" zur Bibelübersetzung Luthers punkten. Als Junker Jörg hatte er 1521/1522 in nur elf Wochen die Bibel aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt und damit eine Grundlage für die deutsche Schriftsprache gelegt. "1534 - vor 475 Jahren - erschien die erste Vollbibel mit altem und neuem Testament und den Psalmen", erinnerte Schuchardt. "Vor Luther gab es bereits 18 Bibelübersetzungen ins Deutsche." 2010 plant die Wartburg eine Sonderschau zu mittelalterlichen Flugschriften, "der ersten Massenkommunikation in der Geschichte". 2011 will sie dann an den 200. Geburtstag des Komponisten Franz Liszt erinnern. Nach seinen Ideen wurde der Festsaal der romanischen Burg mit einer Kasettendecke verkleidet. 2013 ist Wagner-Jahr. "Zum 200. Geburtstag Richard Wagners wollen wir mit dem Theater Meiningen" Tannhäuser" aufführen: Den ersten und dritten Akt im Burghof, den zweiten Akt am Originalschauplatz in der Sängerhalle. Das Publikum muss dann wandern." 2015 stehe der 500. Geburtstag des Renaissancemalers Lucas Cranach dem Jüngeren im Mittelpunkt. Arbeitstitel der Schau: "Luther, Cranach und die Bildnisse". "Wir wollen Porträts des Reformators von Vater und Sohn Cranach, ihrer Werkstatt und Schule aus eigenen Beständen zeigen." 2017 werden dann 950 Jahre Wartburg und 200 Jahre deutsches Burschenschaftstreffen gefeiert. Die sagenumwobene Grenzfeste der Thüringer Landgrafen ist eine der populärsten Burgen Deutschlands. Mehr als 400 000 Gäste kamen im vergangenen Jahr. "Damit liegen wir trotz allgemeiner Unsicherheit bei den Zahlen von 2006." Zwar konnte das Besucher-Hoch mit 467 000 Gästen zum 800. Geburtstag der Heiligen Elisabeth 2007 nicht wiederholt werden, aber "wir sind zufrieden." In anderen Museen gingen die Zahlen zurück. dpa/pb