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Zwischen Völkerschlacht und Waterloo – Zeitreise in Doberlug

Signierstunde mit Sabine Ebert in Doberlug-Kirchhain.
Signierstunde mit Sabine Ebert in Doberlug-Kirchhain. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Die Historienromane von Sabine Ebert haben nicht nur in Sachsen, auch in Südbrandenburg eine große Fangemeinde. Das bestätigte der Besucheransturm auf eine Lesung mit der Autorin am Montagabend in Doberlug-Kirchhain. Heike Lehmann

Sie kommen aus Forst, Ruhland, Schlieben, Cottbus, Lauchhammer, Herzberg, Finsterwalde und natürlich Doberlug-Kirchhain, um Erfolgsautorin Sabine Ebert ("Hebammen"-Saga; "1813 - Kriegsfeuer") zu erleben. Sie hat Doberlug-Kirchhain als einzigen Ort in Brandenburg in ihre Lesereise für den neuen Roman "1815 - Blutfrieden" aufgenommen. Der hat es kurz nach Erscheinen auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Der Förderverein Schloss Doberlug hatte die Autorin aus Leipzig eingeladen, um an die erste Brandenburgische Landesausstellung "Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft" anzuknüpfen, die 2014 fast 100 000 Menschen im Schloss Doberlug gesehen haben.

Das sanierte Refektorium, einst Speisesaal der Dobrilugker Zisterziensermönche, und das Schloss Doberlug versetzen die Autorin in Staunen. "Das ist ja wirklich ein Schatz, den Sie hier haben", schmeichelt sie den Doberlug-Kirchhainern.

Aber sie hält sich nicht lange bei der Vorrede auf. Anderthalb Stunden taucht sie ein in die Zeit zwischen Völkerschlacht und Waterloo, aus ihrer Sicht immer ein bisschen "vergessen". "Nach Leipzig war noch nichts geklärt. Napoleon konnte fliehen. Alle glaubten ihn besiegt, aber er kam zurück mit aller Macht." Die Ebert erzählt und erklärt, spricht über militärische Zusammenhänge, die Siegesparade in Leipzig, dramatische Entwicklungen in Wittenberg, Dresden und - auf Wunsch der Besucher - in Torgau. Wirklich gelesen hat sie nur wenige Stellen aus dem Buch mit 1080 Seiten, das "nicht nur Not und Elend" schildert. Die Lesung wird eine intensive Geschichtsstunde. Harte Kost für jene, die vielleicht mehr über die Hauptfigur Henriette Gerlach erfahren wollten. Viele Besucher, auch Arno Becker und Horst Hensel aus Doberlug-Kirchhain, sind beeindruckt vom Faktenwissen der Autorin. Das speist sich aus zigtausend Seiten Originalquellen, die sie in den vergangenen zwei Jahren studiert hat. "90 Prozent meiner Figuren sind belegt. Das Fiktive muss sich dem unterordnen", erklärt sie ihr Prinzip.

Erhard und Verena Haase aus Herzberg fanden die Mischung genau richtig. "Ich will ja selber lesen!", so Erhard Haase, beeindruckt von der Autorin. "Sie lebt diese Zeit!", schwärmt er.